Leserbrief: Unseren Kunden hat es noch nie genützt
LeserbriefAntwort auf den Leserbrief von Walter Merz, Werbewoche 41/07 vom 15. November.
Leserbrief Antwort auf den Leserbrief von Walter Merz, Werbewoche 41/07 vom 15. November.
Lieber BSW, ich verstehe, dass Ihr wegen des Austritts der TBWA\ aus dem BSW und wegen der Direktheit der Begründung etwas ungehalten reagiert. Doch wir sitzen nun mal nicht mehr im selben Boot. Und einen neuen Kurs haben wir auch eingeschlagen. Das wird nun ein paar Tage dauern, und dann haben wir uns aus der Ferne wieder lieb. Einen der vielen kleinen Seitenhiebe möchte ich jedoch nicht unkommentiert lassen, weil er nicht nur TBWA\ angeht:
Das Ranking: Ich habe die zum Zeitpunkt des Interviews einzig gültige Position für TBWA\ erwähnt. Top 5. Anno 2002. Dass der BSW tatsächlich beabsichtigt, ein derart unkomplettes Ranking zu veröffentlichen (über ein Drittel der Agenturen haben nicht mitgemacht, darunter die beiden grössten Netzwerke), hätte ich nie erwartet. Reiner Zufall übrigens, dass es ausgerechnet in derselben Nummer der Werbewoche erschien. Eine unvollständige Liste aus 36 Agenturen, mit zum Teil konsolidierten und in (mir bekannten) Einzelfällen massiv manipulierten Zahlen zu veröffentlichen, kann nicht dem Anspruch der Leading Agencies entsprechen. Reine Grösse hat im Übrigen kaum Aussagekraft und erzählt nichts über die wahren Ressourcen einer Unternehmung. Das Ranking diente dem BSW schon immer nur zu einem Zweck: Die Agenturen sollen ihre Revenues soweit wie möglich nach oben schrauben, damit der BSW höhere, umsatzabhängige Beiträge geltend machen kann. Deshalb habt Ihr ja hartnäckig darauf bestanden, dass möglichst viele mitmachen. Dass 22 BSW-Agenturen (darunter auch Sarbanes-Oxley-Unbetroffene) ihre Zahlen dazu nicht hergeben, kann ja auch bedeuten, dass sie viel mehr Umsatz gemacht haben, aber nicht mehr Beiträge auf den Tisch legen möchten. Wir werden es wohl nie erfahren, denn TBWA\ misst sich künftig definitiv nicht mehr mit BSW-Agenturen. Weil es unseren Kunden noch nie genützt hat.
Andy Hostettler, CEO, TBWA\ Switzerland
