Kopf der Woche: «Unser Ziel ist bewusst nichtdie Champions League»

Fritz Kuhn ist Geschäftsführer des Zürcher Ablegersder Berner Agentur WellCom

Fritz Kuhn ist Geschäftsführer des Zürcher Ablegersder Berner Agentur WellComKopf der Woche «Unser Ziel ist bewusst nicht die Champions League» / Baustellen haben für ihn etwas Anziehendes. Etwas bewegen und aufbauen gehörte schon immer zum Kommunikationsalltag von Fritz Kuhn. Es erstaunt darum nicht, dass er zu Beginn seiner Laufbahn auch einen Versuch als Teilhaber einer kleineren Werbeagentur in Bern wagte. Dass seine neue Herausforderung – die WellCom Advertising im Technopark – gegenwärtig von richtigen Baustellen umzingelt wird, ist aber Zufall. Mit 15 Jahren Erfahrung in Zürcher Grossagenturen und doppelt so vielen in der Branche strebte er nochmals eine neue Herausforderung an.
Nach vier Jahren als Account Director bei der Zürcher Euro RSCG leitet der 50-jährige Kuhn – in der Branche besser als «Gide» bekannt – seit neun Monaten als Geschäftsführer die Geschicke der Fullserviceagentur. Das Stammhaus besteht seit 20 Jahren in Bern (Mitbegründer und Teilhaber ist Urs Stauffer), die Filiale Zürich wurde vor gut sieben Jahren von Raffaella Iten-Metzger gegründet und hat sich in der Zwischenzeit erfolgreich etabliert.
«Wir spielen in der Nationalliga A», charakterisiert der dreifache Vater die Werbeagentur. «Unser Ziel ist bewusst nicht die Champions League, dies macht keinen Sinn, da sind genügend Elefanten unterwegs. Unser Ziel sind die attraktiven Nischen, die die Grossen – bewusst oder unbewusst – nicht oder weniger gern bearbeiten», sagt Kuhn.
Was ihm an der Aufgabe bei WellCom Spass macht? Viel: Dass er vom Management über New Business bis hin zu Beratung und Kreation mit allen Belangen einer Agentur konfrontiert sei, sagt «Gide». Zum anderen bringe die Mischung des Portfolios – unter anderen Bongrain, Coca-Cola Beverages, Kanebo, Freies Gymnasium Zürich, Lindt&Sprüngli, Johnson&Johnson, Ferienmessen, Stadler Rail Group – viel Abwechslung mit sich.
Kuhn will mit der WellCom das Standbein Zürich weiter stärken, ein gutes Wachstum anstreben, das vorhandene Potenzial nutzen und in Kommunikation umsetzen, die beim Kunden und Konsumenten ankommt. Er ist überzeugt, dass dank der Positionierung als klassische, aber «flinke und clevere» Fullserviceagentur noch einiges drinliege und dass sich mit einem interessanten Kosten-Nutzen-Verhältnis viel bewegen lasse.
Dass sein Multiplikator-Geschäftsmodell einer steten Prüfung gleichkommt, sieht er nicht als Problem, «weil wir unsere Arbeit mit Motivation, Inspiration und dem nötigen Einsatz erledigen». Als typisches Beispiel erwähnt «Gide» Kuhn das Projekt der erfolgreichen Coca-Cola-Bar im Expo.02-Club «Cargo» in Neuenburg, das konzeptionell und zeitlich grosse Anforderungen stellte. Fazit daraus war, dass der Agenturjob estimiert wurde und sich verschiedene weitere Aufträge einstellten. Luca Aloisi

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