Kopf der Woche: «Le Matin soll eine populäre Grosszeitung werden»
Peter Rothenbühler wird am 1. März 2002 Chefredaktor der Westschweizer Tageszeitung Le Matin
Peter Rothenbühler wird am 1. März 2002 Chefredaktor der Westschweizer Tageszeitung Le Matin / Ungefähr eine Woche lang hat sich Peter Rothenbühler überlegen müssen, ob er der neue Chefredaktor von Le Matin werden will. Schliesslich handelt es sich bei Le Matin um die grösste Westschweizer Tageszeitung, und davor hat selbst der erfahrene Journalist Rothenbühler gehörigen Respekt. Kommt hinzu, dass der ehemalige Chefredaktor des SonntagsBlicks und der Schweizer Illustrierten noch nie eine Tageszeitung gemacht hat.
Bei der Entscheidungsfindung sei für ihn hingegen erleichternd gewesen, dass Le Matin erst kürzlich einem Relaunch unterzogen worden sei und damit ein gültiges Redaktionskonzept bestehe, das bereits zu sechzig Prozent umgesetzt sei, ist er überzeugt.
Seine vordringliche Aufgabe sieht der gelernte Journalist Peter Rothenbühler zunächst darin, die restlichen vierzig Prozent zu verwirklichen und die Zeitung in Richtung Quality Tabloid zu führen, das heisst, aus Le Matin eine populäre Grosszeitung zu machen. Sein Credo: Auch für die Macher einer Boulevardzeitung gelten die gleichen journalistischen Ethikregeln wie für jedes andere seriöse Presseerzeugnis. Als Chefredaktor, den Edipresse von aussen hereingeholt hat, will Peter Rothenbühler zudem den internen Querelen und Machtkämpfen, die die Redaktion in der Vergangenheit belasteten, definitiv ein Ende setzen.
Der perfekt zweisprachige Chefredaktor wird ab 1. März 2002 nicht nur die Tageszeitung Le Matin betreuen, sondern sein Know-how auch für die Sonntagszeitung Le Matin Dimanche kreativ einsetzen. In dieser Doppelrolle sieht er sich vor allem als Animator, der seine Mitarbeiter zu journalistischen Höchstleistungen anspornen will. Er selber wird wohl etwas weniger in die Schreibtasten greifen, was er persönlich bedauert, weil Schreiben seine grosse Leidenschaft bleibe. Dabei erinnert er sich gerne an den Beginn seiner journalistischen Karriere in Biel und Lausanne. Als Jura-Korrespondent berichtete Rothenbühler seinerzeit über den Jura-Konflikt. Dies sei eine der schönsten und spannendsten Perioden in seinem Beruf gewesen, meint er rückblickend.
Der Pfarrerssohn verbrachte einige Jugendjahre in Frutigen und besuchte danach das zweisprachige Gymnasium in Biel. So erhielt er sehr früh Einblick in die beiden Kulturen diesseits und jenseits der Sprachgrenze. Wenn Peter Rothenbühler demnächst seine Zelte in der Deutschschweiz abbrechen wird, um sich in Lausanne nach einer neuen Bleibe umzusehen, zum Leidwesen seiner beiden Söhne, aber zur grossen Freude seiner aus Frankreich stammenden Ehefrau, kehrt er in eine Gegend zurück, die ihm wohl vertraut ist. Anita Vaucher
Bei der Entscheidungsfindung sei für ihn hingegen erleichternd gewesen, dass Le Matin erst kürzlich einem Relaunch unterzogen worden sei und damit ein gültiges Redaktionskonzept bestehe, das bereits zu sechzig Prozent umgesetzt sei, ist er überzeugt.
Seine vordringliche Aufgabe sieht der gelernte Journalist Peter Rothenbühler zunächst darin, die restlichen vierzig Prozent zu verwirklichen und die Zeitung in Richtung Quality Tabloid zu führen, das heisst, aus Le Matin eine populäre Grosszeitung zu machen. Sein Credo: Auch für die Macher einer Boulevardzeitung gelten die gleichen journalistischen Ethikregeln wie für jedes andere seriöse Presseerzeugnis. Als Chefredaktor, den Edipresse von aussen hereingeholt hat, will Peter Rothenbühler zudem den internen Querelen und Machtkämpfen, die die Redaktion in der Vergangenheit belasteten, definitiv ein Ende setzen.
Der perfekt zweisprachige Chefredaktor wird ab 1. März 2002 nicht nur die Tageszeitung Le Matin betreuen, sondern sein Know-how auch für die Sonntagszeitung Le Matin Dimanche kreativ einsetzen. In dieser Doppelrolle sieht er sich vor allem als Animator, der seine Mitarbeiter zu journalistischen Höchstleistungen anspornen will. Er selber wird wohl etwas weniger in die Schreibtasten greifen, was er persönlich bedauert, weil Schreiben seine grosse Leidenschaft bleibe. Dabei erinnert er sich gerne an den Beginn seiner journalistischen Karriere in Biel und Lausanne. Als Jura-Korrespondent berichtete Rothenbühler seinerzeit über den Jura-Konflikt. Dies sei eine der schönsten und spannendsten Perioden in seinem Beruf gewesen, meint er rückblickend.
Der Pfarrerssohn verbrachte einige Jugendjahre in Frutigen und besuchte danach das zweisprachige Gymnasium in Biel. So erhielt er sehr früh Einblick in die beiden Kulturen diesseits und jenseits der Sprachgrenze. Wenn Peter Rothenbühler demnächst seine Zelte in der Deutschschweiz abbrechen wird, um sich in Lausanne nach einer neuen Bleibe umzusehen, zum Leidwesen seiner beiden Söhne, aber zur grossen Freude seiner aus Frankreich stammenden Ehefrau, kehrt er in eine Gegend zurück, die ihm wohl vertraut ist. Anita Vaucher
