Kopf der Woche: «Die Schweiz muss über ihre Grenzen hinaus blicken»
Jeremy Rawle, CD bei Euro RSCG, nimmt Anfang Dezember Einsitz in die Eurobest Jury
Jeremy Rawle, CD bei Euro RSCG, nimmt Anfang Dezember Einsitz in die Eurobest JuryKopf der Woche
«Die Schweiz muss über ihre Grenzen hinaus blicken»
Eigentlich plante der CD von Euro RSCG nie, lange zu bleiben, wenn er in einem neuen Land zu arbeiten begann. Daraus sind jeweils zehn Jahre Aufenthalt geworden. Seine Werberkarriere startete Jeremy Rawle in London, bis es ihn 1981 nach Sydney zog. Heute ist sich der Werber allerdings nicht mehr sicher, was damals die grössere Anziehungskraft auf ihn ausübte: der australische Werbemarkt oder die tollen Möglichkeiten, seiner Segelleidenschaft zu frönen.
Die Arbeit als Creative Director in Sydneys Agenturen wie Ogilvy & Mather, Lintas und Leo Burnett weckte allerdings seine Faszination sowohl für das Werben als auch für das Leben in Down Under. Heute besitzt Rawle neben dem britischen auch einen australischen Pass.
Auch seine Übersiedlung nach Singapur plante er 1991 lediglich als Abstecher. Der Aufstieg bis zum CD für die Region Asia Pacific bei Euro RSCG Partnership Singapore verlängerte seinen Aufenthalt jedoch erheblich: Verlassen hat Rawle die asiatische Metropole erst wieder im Jahr 2000, um in Zürich den Posten des CD bei Euro RSCG zu übernehmen und Verstärkung zu bieten, als die Agentur in Arbeit versank. Nach rund zehn Monaten in der Schweiz ist er überzeugt, dass er auch hier noch einige Jahre länger stationiert bleiben wird.
«Ich habe nicht erwartet, je in der Schweiz zu arbeiten», gesteht Rawle, «sie stand nicht auf meiner Top-Ten-Liste der Werbemärkte.» Positiv überrascht zeigt er sich trotzdem, sowohl vom hiesigen Stand des Designs als auch von der Lebensqualität in Zürich. Dass er in der Werbebranche fast ausschliesslich Schweizer antrifft, erstaunt ihn hingegen. «An allen anderen Orten, an denen ich jeweils gearbeitet habe, gab es immer eine Mischung aus einheimischen und ausländischen Talenten», so Rawle, «ich habe auch Schweizer im Ausland kennen gelernt. Hier hingegen trifft man nur ab und zu einige Deutsche.»
In dieser Geschlossenheit des Schweizer Marktes sieht der CD auch eine gewisse Gefahr: «Andere kleine Länder wie Singapur schaffen es, ihre Arbeit ins Ausland zu exportieren, und dort liegt auch die Zukunft der Schweiz. Man muss seinen Teil beisteuern zum internationalen Pool, sonst importiert man am Ende nur noch Ideen.»
Gelegenheit, die besten Arbeiten aus einem internationalen Pool zu honorieren, erhält Rawle dieser Tage als Jurymitglied der Eurobest Awards. Das zentrale Kriterium für die Bewertung der besten Arbeiten ist für den CD eindeutig: «Ich will Werbung sehen, von der ich denke: Ich wünschte, das hätte ich selbst gemacht!» Bleibt nur zu hoffen, dass Jeremy Rawle in den Eurobest Awards auch auf Schweizer Einsendungen trifft, die ihn auf diese Weise beeindrucken. Bruno Amstutz
«Die Schweiz muss über ihre Grenzen hinaus blicken»
Eigentlich plante der CD von Euro RSCG nie, lange zu bleiben, wenn er in einem neuen Land zu arbeiten begann. Daraus sind jeweils zehn Jahre Aufenthalt geworden. Seine Werberkarriere startete Jeremy Rawle in London, bis es ihn 1981 nach Sydney zog. Heute ist sich der Werber allerdings nicht mehr sicher, was damals die grössere Anziehungskraft auf ihn ausübte: der australische Werbemarkt oder die tollen Möglichkeiten, seiner Segelleidenschaft zu frönen.
Die Arbeit als Creative Director in Sydneys Agenturen wie Ogilvy & Mather, Lintas und Leo Burnett weckte allerdings seine Faszination sowohl für das Werben als auch für das Leben in Down Under. Heute besitzt Rawle neben dem britischen auch einen australischen Pass.
Auch seine Übersiedlung nach Singapur plante er 1991 lediglich als Abstecher. Der Aufstieg bis zum CD für die Region Asia Pacific bei Euro RSCG Partnership Singapore verlängerte seinen Aufenthalt jedoch erheblich: Verlassen hat Rawle die asiatische Metropole erst wieder im Jahr 2000, um in Zürich den Posten des CD bei Euro RSCG zu übernehmen und Verstärkung zu bieten, als die Agentur in Arbeit versank. Nach rund zehn Monaten in der Schweiz ist er überzeugt, dass er auch hier noch einige Jahre länger stationiert bleiben wird.
«Ich habe nicht erwartet, je in der Schweiz zu arbeiten», gesteht Rawle, «sie stand nicht auf meiner Top-Ten-Liste der Werbemärkte.» Positiv überrascht zeigt er sich trotzdem, sowohl vom hiesigen Stand des Designs als auch von der Lebensqualität in Zürich. Dass er in der Werbebranche fast ausschliesslich Schweizer antrifft, erstaunt ihn hingegen. «An allen anderen Orten, an denen ich jeweils gearbeitet habe, gab es immer eine Mischung aus einheimischen und ausländischen Talenten», so Rawle, «ich habe auch Schweizer im Ausland kennen gelernt. Hier hingegen trifft man nur ab und zu einige Deutsche.»
In dieser Geschlossenheit des Schweizer Marktes sieht der CD auch eine gewisse Gefahr: «Andere kleine Länder wie Singapur schaffen es, ihre Arbeit ins Ausland zu exportieren, und dort liegt auch die Zukunft der Schweiz. Man muss seinen Teil beisteuern zum internationalen Pool, sonst importiert man am Ende nur noch Ideen.»
Gelegenheit, die besten Arbeiten aus einem internationalen Pool zu honorieren, erhält Rawle dieser Tage als Jurymitglied der Eurobest Awards. Das zentrale Kriterium für die Bewertung der besten Arbeiten ist für den CD eindeutig: «Ich will Werbung sehen, von der ich denke: Ich wünschte, das hätte ich selbst gemacht!» Bleibt nur zu hoffen, dass Jeremy Rawle in den Eurobest Awards auch auf Schweizer Einsendungen trifft, die ihn auf diese Weise beeindrucken. Bruno Amstutz
