Kopf der Woche: «Die Schweiz bietet mehr Chancen»

FRANK WODAY leitet seit Anfang Jahr als Managing Director Switzerland die Mediaagentur Universal McCann

FRANK WODAY leitet seit Anfang Jahr als Managing Director Switzerland die Mediaagentur Universal McCannKopf der Woche Frank Woday leitet seit Anfang Jahr als Managing Director Switzerland die Mediaagentur Universal McCann «Die Schweiz bietet mehr Chancen»
Wer beim Namen Frank Woday auf angelsächsischen Ursprung tippt, hat sich getäuscht. Der neue Managing Director von Universal McCann ist nahe der dänischen Grenze in Deutschland aufgewachsen. Die Familienwurzeln lassen sich bis nach Pommern zurückverfolgen. Seit dem 1. Februar hat der 37-jährige Mediaspezialist die Hoheit über Universal McCann Schweiz inne und leitet als Nachfolger von Ronny Schmid die Geschäfte der Zürcher Niederlassung.
Das neue Gesicht in der Schweizer Medialandschaft begann seine Laufbahn mit Plänen abseits der Branche: «Ursprünglich interessierte ich mich für Architektur. Aber die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in meinem Heimatort waren beschränkt.» Woday setzte sein räumliches Vorstellungsvermögen in anderen Bahnen ein, studierte Betriebswirtschaft und bildete sich zum Verlagskaufmann aus.
Der Übergang von der Verlags- in die Werbebranche folgte fliessend. Woday übernahm Führungsaufgaben in verschiedenen Werbeagenturen wie TBWA in Frankfurt und Scholz & Friends in Hamburg. Während der Neunzigerjahre liess er sich vom Sog der Verselbstständigung und Konsolidierung der Mediageschäfte mitreissen und steuerte ZenithMedia in Hamburg an. Als letzte Station vor dem Umzug in die Schweiz führte Woday die Geschäfte von InitiativeMedia in Hamburg.
Dass die Schweiz in der Kommunikationsbranche nicht als Traumdestination gehandelt wird, stört Woday nicht: «Erstens hat für mich das Timing gestimmt, als ich das Angebot von Universal McCann bekam. Und zweitens bietet die Schweiz mehr Chancen als Risiken. Ausserdem hat sie im Sinn des Arbeitens im Ausland einen grossen Vorteil. Die Sprachbarriere fällt von vornherein weg», begründet der Managing Director seine Wahl und ergänzt schmunzelnd: «Ich darf an einem Ort arbeiten, der für viele meiner Landsleute als Traumurlaubsziel gilt.»
Vor Kommunikationsproblemen fürchtet sich Woday nicht, und beim Spagat über die Sprachgrenze zwischen Genf und Zürich kann er auf eine starke Geschäftsführung der Universal McCann in Genf vertrauen.
Im Tagesgeschäft zeigen sich aber gewichtigeUnterschiede: «Der Schweizer Markt funktioniert anders als der deutsche, beispielsweise in den Planungszyklen und im Einkaufsprozess. Meine erste Aufgabe war es, mich darin einzufühlen und sie zu verstehen». Das Regelwerk der Interessengemeinschaft elektronischer Medien (IGEM) scheint er bereits durchschaut
zu haben: Anfang Juni wurde Woday als Agenturvertreter neu in den Vorstand gewählt.
Während das neue Oberhaupt von Universal McCann beruflich optimistisch in die Zukunft schaut, pflegt der verheiratete Woday in seiner Freizeit einen Oldtimer aus den Sechzigerjahren, mit dem er auch an Rennen über den Nürburgring flitzt.
Bruno Amstutz

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