Image, garniert mit Zahlensalat
Print Annual Reports haben auch in Zeiten der neuen Medien ihren imagebildenden Wert zu erhalten gewusst.
Print Annual Reports haben auch in Zeiten der neuen Medien ihren imagebildenden Wert zu erhalten gewusst.
Der Geschäftsbericht führt unter den Drucksachen ein Eigenleben. Er ist weder Katalog noch Broschüre, noch Gebrauchsanleitung. Und es gibt eine gesetzliche Auflage für die Veröffentlichung der Finanzzahlen. Die Informationen darin werden oft gestreckt, meist mit tollen und grossformatigen Bildern angereichert und das Ganze in allerbester Qualität gedruckt. Edle Papiere, Matt- oder Glanzlacke und vielerlei andere Veredelungsarten sind, wenn auch nicht die Regel – denn die gibt es in dieser Sparte nicht –, dann zumindest keine Seltenheit.
Ebenso wenig gibt es bei der Aufteilung Regeln. So ziehen es zwar die meisten Firmen vor, den informativen Imageteil mit dem gehaltvollen Finanzteil zu einem Geschäftsbericht zusammenzufassen. Andere Unternehmen hingegen geben gleich mehrere Publikationen heraus. Beispiel UBS: Publiziert wurde ein Jahresbericht 2003, ein Finanzbericht 2003, ein Handbuch 2003/ 2004, ergänzt um das Financial Reporting des 3. Quartals 2004. Beeindruckendes Total: 522 Seiten.
Wieder andere Firmen zeigen sich von der praktischen Seite: beispielsweise der beigelegte Achtseiter im Postkartenformat beim Geschäftsbericht 2002/2003 der Axpo Holding AG.
Oft langweilig und unpersönlich
Verbessert werden könnte bei vielen Geschäftsberichten die Ansprache des Empfängers. Von langweiligen und unpersönlichen beigelegten Lieferscheinen mit schief aufgeklebter Etikette bis zu handschriftlichen Begleitschreiben mit einem «Gruss aus dem Zürcher Flughafen» reicht die Bandbreite. Hier vergeben viele Firmen leider eine Chance, den teuren und aufwändigen Geschäftsbericht durch eine persönliche Note hervorzuheben.
Selbstverständlich verschicken zum Beispiel die Grossbanken mehr Geschäftsberichte als ein lokal verankerter Betrieb und können kaum handschriftliche Anmerkungen anbringen. In Zeiten von Serienbrieffunktionen sollte allerdings zumindest ein Brief mit persönlicher Ansprache drinliegen.
Gut Ding will Weile haben
Erstaunlich bei der Beschaffung von Beispielen für diesen Artikel, dass vom Zeitpunkt der (Online-)Bestellung bis zum Vorliegen des Berichts relativ viel Zeit vergeht. Die Spanne reichte von zwei bis zu sechs Tagen, einzelne bestellte Berichte sind auch danach noch nicht eingetroffen – vielleicht ist das ja das Zufallsergebnis einer insgesamt doch kleinen Auswahl.
Doch im heutigen schnelllebigen Aktiengeschäft ist das kein gutes Zeugnis. Zudem stützt dieses Verhalten den PDF-Download und schadet dem Printprodukt. Eine unnötige Unterlassung, denn der Imagefaktor des gedruckten Berichts ist deutlich höher als ein vielleicht ausgedrucktes PDF-Dokument.
Nicht wirklich überrascht hat die Qualität der angeforderten Arbeiten – Geschäftsberichte zählen traditionell zu den edleren Drucksachen. Hochwertige Papiere, gute Texte, übersichtlich gegliederte Zahlen und eine die zum Teil doch trockenen Informationen auflockernde Bildsprache zeichnen sie aus.
Jürgen Franck
Der Geschäftsbericht führt unter den Drucksachen ein Eigenleben. Er ist weder Katalog noch Broschüre, noch Gebrauchsanleitung. Und es gibt eine gesetzliche Auflage für die Veröffentlichung der Finanzzahlen. Die Informationen darin werden oft gestreckt, meist mit tollen und grossformatigen Bildern angereichert und das Ganze in allerbester Qualität gedruckt. Edle Papiere, Matt- oder Glanzlacke und vielerlei andere Veredelungsarten sind, wenn auch nicht die Regel – denn die gibt es in dieser Sparte nicht –, dann zumindest keine Seltenheit.
Ebenso wenig gibt es bei der Aufteilung Regeln. So ziehen es zwar die meisten Firmen vor, den informativen Imageteil mit dem gehaltvollen Finanzteil zu einem Geschäftsbericht zusammenzufassen. Andere Unternehmen hingegen geben gleich mehrere Publikationen heraus. Beispiel UBS: Publiziert wurde ein Jahresbericht 2003, ein Finanzbericht 2003, ein Handbuch 2003/ 2004, ergänzt um das Financial Reporting des 3. Quartals 2004. Beeindruckendes Total: 522 Seiten.
Wieder andere Firmen zeigen sich von der praktischen Seite: beispielsweise der beigelegte Achtseiter im Postkartenformat beim Geschäftsbericht 2002/2003 der Axpo Holding AG.
Oft langweilig und unpersönlich
Verbessert werden könnte bei vielen Geschäftsberichten die Ansprache des Empfängers. Von langweiligen und unpersönlichen beigelegten Lieferscheinen mit schief aufgeklebter Etikette bis zu handschriftlichen Begleitschreiben mit einem «Gruss aus dem Zürcher Flughafen» reicht die Bandbreite. Hier vergeben viele Firmen leider eine Chance, den teuren und aufwändigen Geschäftsbericht durch eine persönliche Note hervorzuheben.
Selbstverständlich verschicken zum Beispiel die Grossbanken mehr Geschäftsberichte als ein lokal verankerter Betrieb und können kaum handschriftliche Anmerkungen anbringen. In Zeiten von Serienbrieffunktionen sollte allerdings zumindest ein Brief mit persönlicher Ansprache drinliegen.
Gut Ding will Weile haben
Erstaunlich bei der Beschaffung von Beispielen für diesen Artikel, dass vom Zeitpunkt der (Online-)Bestellung bis zum Vorliegen des Berichts relativ viel Zeit vergeht. Die Spanne reichte von zwei bis zu sechs Tagen, einzelne bestellte Berichte sind auch danach noch nicht eingetroffen – vielleicht ist das ja das Zufallsergebnis einer insgesamt doch kleinen Auswahl.
Doch im heutigen schnelllebigen Aktiengeschäft ist das kein gutes Zeugnis. Zudem stützt dieses Verhalten den PDF-Download und schadet dem Printprodukt. Eine unnötige Unterlassung, denn der Imagefaktor des gedruckten Berichts ist deutlich höher als ein vielleicht ausgedrucktes PDF-Dokument.
Nicht wirklich überrascht hat die Qualität der angeforderten Arbeiten – Geschäftsberichte zählen traditionell zu den edleren Drucksachen. Hochwertige Papiere, gute Texte, übersichtlich gegliederte Zahlen und eine die zum Teil doch trockenen Informationen auflockernde Bildsprache zeichnen sie aus.
Jürgen Franck
