Happige Kollateralschäden
Mit dem TV-3-Aus stehen B&B Endemol, Lava-TV und Xproductions ohne Aufträge da
Mit dem TV-3-Aus stehen B&B Endemol, Lava-TV und Xproductions ohne Aufträge daVon Daniel Schifferle Mit dem bevorstehenden Sendeschluss bei TV 3 geraten auch diverse Produktionsfirmen ins Stolpern: Lava-TV, B&B Endemol und Xproductions stehen vor leeren Auftragsbüchern. Die Suche nach Ersatz läuft auf Hochtouren, doch die Aussichten sind düster.
Die Lancierung von TV 3 im Herbst 1999 hatte gleich drei privaten Produktionsfirmen ins Leben geholfen: B&B Endemol von Freddy Burger und Hannes Bichsel, der Xproductions von Hans Räz und Urs P. Gasche sowie Lava-TV von Mike Helmy und Basil Gelpke. Sie alle schienen Aufträge auf sicher zu haben. Doch mit dem Sendeschluss bei TV 3 drohen nun auch in ihren Studios die Lichter auszugehen.
Wohl am stärksten betroffen ist die Produktionsfirma B&B Endemol. Sie produzierte «pro Tag bis zu sechs Stunden Programm für TV 3», rechnet Bichsel vor. Erst im Jahr 2000 war Endemol mit 50 Prozent bei Freddy Burger und Hannes Bichsel eingestiegen. Der Zweck: Endemol-Formate für die Schweizer Privat-TV-Szene zu produzieren. Doch mit dem Aus von TV 3 bricht diese Nachfrage gänzlich zusammen. Erste Konsequenzen wurden mit der Entlassung von acht von insgesamt fünfzehn Festangestellten gezogen. Zusätzlich sind laut Bichsel «zahlreiche Freelancer» mitbetroffen, die ihre Aufträge verlieren werden.
«Endemol-Formate sind in erster Linie Sendungen für kommerzielles Fernsehen. Wenn jetzt mit TV 3 der einzige grössere private Anbieter wegfällt, haben wir ein Problem», sagt Bichsel. «Wir werden uns neu ausrichten müssen», meint er weiter. Wohin es gehen könnte: Man habe früher viel fürs Ausland produziert und zudem arbeite man ja auch für die SRG.
Produktionsfirmen prüfen den Aufbau eines eigenen Senders
Doch um den Ausfall eines so grossen Auftraggebers zu kompensieren, braucht es viel. Denn B&B Endemol war praktisch jeden Tag mit diversen Sendungen auf dem Tamedia-Sender präsent. Neben «Wer wird Millionär?», «Big Brother» und «Die Bar» kommen auch die vier täglichen Stunden «Game-TV» aus der Küche von B&B Endemol.
Ebenfalls dramatisch ist die Lage für die TV-Unit der Zürcher Firma Xproductions. Im Moment werden noch die letzten drei Folgen von «Fohrler» abgedreht, danach ist die Zukunft völlig offen. «Es ist kein neuer TV-Produktionsauftrag in Sicht», sagt Helena Johannson, Leiterin Bereich TV bei Xproductions. Versuche, neue Aufträge hereinzuholen, seien bisher erfolglos verlaufen. «Die Luft für private Produktionsfirmen war in der Schweiz schon vorher dünn; mit dem Aus für TV 3 ist jetzt ganz tote Hose», bringt sie die Situation auf den Punkt. Daher ist es sehr gut möglich, dass die Xproductions schon bald nur noch ein Produkt betreut, nämlich das Ratgebermagazin «K Geld».
Ähnlich düster siehts bei der Produktionsfirma Lava-TV aus. Sie hat eben die dritte Staffel der Erfolgsserie «Robinson» – und damit auch den letzten Auftrag für TV 3 – zu Ende gedreht. Auch Lava-TV war mit diversen weiteren Produktion wie «Klassenfest», «Hot Flirt» oder in früheren Zeiten «Alarm» und «Abenteuer Schweiz» vollständig auf den Tamedia-Sender eingeschworen.
Immerhin: In solch aussichtslosen Zeiten für private TV-Produzenten spriessen die Phantasien, wie es trotzdem irgendwie weitergehen könnte. Dabei wird sogar der Betrieb eines eigenen Senders nicht ausgeschlossen.
So denkt man etwa bei Lava-TV laut über eine mögliche Weiterführung von TV3 nach. Als Rezept, um der Kostenfalle zu entgehen, denkt man hier über die Mehrfachverwertung desselben Contents in verschiedenen Medien nach (die detaillierten Argumentationen hierzu von Mike Helmy und Basil Gelpke finden Sie auf www.werbewoche.ch).
Und sogar Xproductions weist die Möglichkeit, selbst einen Sender zu lancieren, nicht ganz von der Hand. «Auch darüber könnte man noch nachdenken», sagte Johannson gegenüber der WerbeWoche.
Die Lancierung von TV 3 im Herbst 1999 hatte gleich drei privaten Produktionsfirmen ins Leben geholfen: B&B Endemol von Freddy Burger und Hannes Bichsel, der Xproductions von Hans Räz und Urs P. Gasche sowie Lava-TV von Mike Helmy und Basil Gelpke. Sie alle schienen Aufträge auf sicher zu haben. Doch mit dem Sendeschluss bei TV 3 drohen nun auch in ihren Studios die Lichter auszugehen.
Wohl am stärksten betroffen ist die Produktionsfirma B&B Endemol. Sie produzierte «pro Tag bis zu sechs Stunden Programm für TV 3», rechnet Bichsel vor. Erst im Jahr 2000 war Endemol mit 50 Prozent bei Freddy Burger und Hannes Bichsel eingestiegen. Der Zweck: Endemol-Formate für die Schweizer Privat-TV-Szene zu produzieren. Doch mit dem Aus von TV 3 bricht diese Nachfrage gänzlich zusammen. Erste Konsequenzen wurden mit der Entlassung von acht von insgesamt fünfzehn Festangestellten gezogen. Zusätzlich sind laut Bichsel «zahlreiche Freelancer» mitbetroffen, die ihre Aufträge verlieren werden.
«Endemol-Formate sind in erster Linie Sendungen für kommerzielles Fernsehen. Wenn jetzt mit TV 3 der einzige grössere private Anbieter wegfällt, haben wir ein Problem», sagt Bichsel. «Wir werden uns neu ausrichten müssen», meint er weiter. Wohin es gehen könnte: Man habe früher viel fürs Ausland produziert und zudem arbeite man ja auch für die SRG.
Produktionsfirmen prüfen den Aufbau eines eigenen Senders
Doch um den Ausfall eines so grossen Auftraggebers zu kompensieren, braucht es viel. Denn B&B Endemol war praktisch jeden Tag mit diversen Sendungen auf dem Tamedia-Sender präsent. Neben «Wer wird Millionär?», «Big Brother» und «Die Bar» kommen auch die vier täglichen Stunden «Game-TV» aus der Küche von B&B Endemol.
Ebenfalls dramatisch ist die Lage für die TV-Unit der Zürcher Firma Xproductions. Im Moment werden noch die letzten drei Folgen von «Fohrler» abgedreht, danach ist die Zukunft völlig offen. «Es ist kein neuer TV-Produktionsauftrag in Sicht», sagt Helena Johannson, Leiterin Bereich TV bei Xproductions. Versuche, neue Aufträge hereinzuholen, seien bisher erfolglos verlaufen. «Die Luft für private Produktionsfirmen war in der Schweiz schon vorher dünn; mit dem Aus für TV 3 ist jetzt ganz tote Hose», bringt sie die Situation auf den Punkt. Daher ist es sehr gut möglich, dass die Xproductions schon bald nur noch ein Produkt betreut, nämlich das Ratgebermagazin «K Geld».
Ähnlich düster siehts bei der Produktionsfirma Lava-TV aus. Sie hat eben die dritte Staffel der Erfolgsserie «Robinson» – und damit auch den letzten Auftrag für TV 3 – zu Ende gedreht. Auch Lava-TV war mit diversen weiteren Produktion wie «Klassenfest», «Hot Flirt» oder in früheren Zeiten «Alarm» und «Abenteuer Schweiz» vollständig auf den Tamedia-Sender eingeschworen.
Immerhin: In solch aussichtslosen Zeiten für private TV-Produzenten spriessen die Phantasien, wie es trotzdem irgendwie weitergehen könnte. Dabei wird sogar der Betrieb eines eigenen Senders nicht ausgeschlossen.
So denkt man etwa bei Lava-TV laut über eine mögliche Weiterführung von TV3 nach. Als Rezept, um der Kostenfalle zu entgehen, denkt man hier über die Mehrfachverwertung desselben Contents in verschiedenen Medien nach (die detaillierten Argumentationen hierzu von Mike Helmy und Basil Gelpke finden Sie auf www.werbewoche.ch).
Und sogar Xproductions weist die Möglichkeit, selbst einen Sender zu lancieren, nicht ganz von der Hand. «Auch darüber könnte man noch nachdenken», sagte Johannson gegenüber der WerbeWoche.
