Good News für Verleger
PrintOnline senkt Tarife – auch, um einem Alternativprojekt zuvorzukommen
PrintOnline senkt Tarife – auch, um einem Alternativprojekt zuvorzukommenVon Markus Knöpfli PrintOnline (PO) senkt die Preise für die digitale Anzeigen-übermittlung per 2002 um über
15 Prozent – begründet wird dieser Nachlass mit dem gewachsenen Volumen. Eine gewisse Rolle dürften aber auch die Gratiszeitungsverleger gespielt haben, die eine günstigere PO-Alternative projektierten.
Endlich einmal eine gute Nachricht für die von sinkenden Werbeeinnahmen gebeutelten Zeitungsverleger: Vom Erlös aller Inserate, die sie digital über PrintOnline (PO) zugesandt erhalten, bleibt ihnen im kommenden Jahr mehr Geld in der eigenen Kasse zurück. Der Grund für diese frohe Botschaft: PO, der «digitale Velokurier», senkt auf nächstes Jahr seine Preise.
Konkret bedeutet das für die grösseren Verlage, die PO jährlich eine Anschlussgebühr von 15000 Franken entrichten, dass sich der Preis pro Übermittlungsauftrag von 13 auf 11 Franken reduziert. Das entspricht einer Kostenverringerung von 15,4 Prozent. Für die kleineren und mittleren Verlage ohne Anschlussgebühr sinkt der Preis von derzeit 50 auf 36 Franken (minus 28 Prozent) pro Auftrag.
In beiden Fällen bleibt aber der Preis pro Megabyte Datenmenge bei 2 Franken. PO senkt die Tarife nicht zum ersten Mal: Schon per Anfang dieses Jahres wurde der Preis pro Auftrag um 17 Prozent reduziert.
PO-Geschäftsführer Kurt Obrist begründet die tieferen Tarife mit dem gestiegenen Volumen: Hatte PO im Jahr 2000 noch 58971 Einzelinserate über Standleitungen weitergeleitet, so werden es dieses Jahr bereits um die 80000 sein (plus 35,7 Prozent). «PO will eine Branchenlösung anbieten und ist nicht gewinnorientiert. Wir haben von Anfang an gesagt, dass der Preis für den einzelnen Verleger mit steigendem Volumen günstiger wird», sagt Obrist.
Gratiszeitungen drohten mit Klage bei der Weko
Dennoch sind an der Selbstlosigkeit von PO, an dem zu je einem Viertel Ringier, NZZ, Tamedia und Publicitas beteiligt sind, Zweifel angebracht. Mit dem massiven Tarifabschlag wollte PO wohl primär einer angekündigten Konkurrenz kleiner Verlage den Wind aus den Segeln nehmen. Der Verband Schweizerischer Gratiszeitungen (VSGZ) wollte ein Alternativprojekt auf die Beine stellen, das Inserate für 25 bis 30 Franken übermittelt hätte. Die PO-Kosten seien zu hoch, insbesondere bei kleineren Inseraten bleibe den Verlegern nach Abzug der Berater- und VSW-Kommissionen sowie des PO-Entgelts «praktisch nichts mehr übrig», kritisierte VSGZ-Präsident Willy Grüninger.
Das VSGZ-Projekt gedieh relativ weit, als es aber darum ging, die technischen Standards mit PO abzugleichen, um möglichst keine neuen Hürden für Werbeauftraggeber zu errichten, blockten PO und Publicitas ab. Als dann der VSGZ Ende Oktober PO mit einer Klage bei der Wettbewerbskommission drohte, kam postwendend die erwähnte Preissenkung. «Diese substanzielle Tarifsenkung wird die Diskussion um unseren Preis beruhigen», ist Publicitas-Generaldirektor und Mitglied des PO-Verwaltungsrates, Ernst Grab, überzeugt.
Er geht zudem davon aus, dass mit weiter wachsendem Volumen der Preis nochmals purzelt. «Angesichts der derzeitigen Marktsituation allerdings nicht mehr im bisherigen Tempo», fügt er an. Man müsse sich aber doch fragen, «ob sich die Investition des VSGZ noch lohnt». Hat also die angekündigte Tarifsenkung zumindest in ihrem Ausmass primär taktische Gründe? Grab weicht aus: «Wir wollen auch die Anliegen der kleineren Partner ernst nehmen», sagt er.
Gratiszeitungen beerdigen nun ihr eigenes Projekt
Wie dem auch sei: Auch Willy Grüninger sieht das Ende des VSGZ-Projektes kommen. «Für unser Projekt wird es sehr eng», sagt er. Traurig ist er deswegen aber nicht. «Unser Ziel war ein vernünftiger Preis – und dem sind wir näher gekommen», sagt er. Zudem habe PO auch beim Problem der kleinen Inserate Entgegenkommen signalisiert, sagt Grüninger.
Das wird von Obrist bestätigt. «Wir machen uns Gedanken über andere Preismodelle», sagt er. Zudem wolle man die Inserate «so kanalisieren», dass nur solche über PO verschickt werden, «die sowohl dem Auftraggeber als auch dem Verlag etwas nützen.»
15 Prozent – begründet wird dieser Nachlass mit dem gewachsenen Volumen. Eine gewisse Rolle dürften aber auch die Gratiszeitungsverleger gespielt haben, die eine günstigere PO-Alternative projektierten.
Endlich einmal eine gute Nachricht für die von sinkenden Werbeeinnahmen gebeutelten Zeitungsverleger: Vom Erlös aller Inserate, die sie digital über PrintOnline (PO) zugesandt erhalten, bleibt ihnen im kommenden Jahr mehr Geld in der eigenen Kasse zurück. Der Grund für diese frohe Botschaft: PO, der «digitale Velokurier», senkt auf nächstes Jahr seine Preise.
Konkret bedeutet das für die grösseren Verlage, die PO jährlich eine Anschlussgebühr von 15000 Franken entrichten, dass sich der Preis pro Übermittlungsauftrag von 13 auf 11 Franken reduziert. Das entspricht einer Kostenverringerung von 15,4 Prozent. Für die kleineren und mittleren Verlage ohne Anschlussgebühr sinkt der Preis von derzeit 50 auf 36 Franken (minus 28 Prozent) pro Auftrag.
In beiden Fällen bleibt aber der Preis pro Megabyte Datenmenge bei 2 Franken. PO senkt die Tarife nicht zum ersten Mal: Schon per Anfang dieses Jahres wurde der Preis pro Auftrag um 17 Prozent reduziert.
PO-Geschäftsführer Kurt Obrist begründet die tieferen Tarife mit dem gestiegenen Volumen: Hatte PO im Jahr 2000 noch 58971 Einzelinserate über Standleitungen weitergeleitet, so werden es dieses Jahr bereits um die 80000 sein (plus 35,7 Prozent). «PO will eine Branchenlösung anbieten und ist nicht gewinnorientiert. Wir haben von Anfang an gesagt, dass der Preis für den einzelnen Verleger mit steigendem Volumen günstiger wird», sagt Obrist.
Gratiszeitungen drohten mit Klage bei der Weko
Dennoch sind an der Selbstlosigkeit von PO, an dem zu je einem Viertel Ringier, NZZ, Tamedia und Publicitas beteiligt sind, Zweifel angebracht. Mit dem massiven Tarifabschlag wollte PO wohl primär einer angekündigten Konkurrenz kleiner Verlage den Wind aus den Segeln nehmen. Der Verband Schweizerischer Gratiszeitungen (VSGZ) wollte ein Alternativprojekt auf die Beine stellen, das Inserate für 25 bis 30 Franken übermittelt hätte. Die PO-Kosten seien zu hoch, insbesondere bei kleineren Inseraten bleibe den Verlegern nach Abzug der Berater- und VSW-Kommissionen sowie des PO-Entgelts «praktisch nichts mehr übrig», kritisierte VSGZ-Präsident Willy Grüninger.
Das VSGZ-Projekt gedieh relativ weit, als es aber darum ging, die technischen Standards mit PO abzugleichen, um möglichst keine neuen Hürden für Werbeauftraggeber zu errichten, blockten PO und Publicitas ab. Als dann der VSGZ Ende Oktober PO mit einer Klage bei der Wettbewerbskommission drohte, kam postwendend die erwähnte Preissenkung. «Diese substanzielle Tarifsenkung wird die Diskussion um unseren Preis beruhigen», ist Publicitas-Generaldirektor und Mitglied des PO-Verwaltungsrates, Ernst Grab, überzeugt.
Er geht zudem davon aus, dass mit weiter wachsendem Volumen der Preis nochmals purzelt. «Angesichts der derzeitigen Marktsituation allerdings nicht mehr im bisherigen Tempo», fügt er an. Man müsse sich aber doch fragen, «ob sich die Investition des VSGZ noch lohnt». Hat also die angekündigte Tarifsenkung zumindest in ihrem Ausmass primär taktische Gründe? Grab weicht aus: «Wir wollen auch die Anliegen der kleineren Partner ernst nehmen», sagt er.
Gratiszeitungen beerdigen nun ihr eigenes Projekt
Wie dem auch sei: Auch Willy Grüninger sieht das Ende des VSGZ-Projektes kommen. «Für unser Projekt wird es sehr eng», sagt er. Traurig ist er deswegen aber nicht. «Unser Ziel war ein vernünftiger Preis – und dem sind wir näher gekommen», sagt er. Zudem habe PO auch beim Problem der kleinen Inserate Entgegenkommen signalisiert, sagt Grüninger.
Das wird von Obrist bestätigt. «Wir machen uns Gedanken über andere Preismodelle», sagt er. Zudem wolle man die Inserate «so kanalisieren», dass nur solche über PO verschickt werden, «die sowohl dem Auftraggeber als auch dem Verlag etwas nützen.»
