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Ambient Media Trendjäger aufgepasst: Die neue Werbeparole heisst Hand-zu-Hand-Marketing. Mediabox macht Visitenkarten zu Werbeträgern.

Ambient Media Trendjäger aufgepasst: Die neue Werbeparole heisst Hand-zu-Hand-Marketing. Mediabox macht Visitenkarten zu Werbeträgern.Was steht auf der Rückseite Ihrer Visitenkarte? Nichts? Das muss nicht sein. Die Vermarktungsagentur Mediabox setzt dieser Platzverschwendung ein Ende. Sie bedruckt Visitenkarten mit Werbung und verteilt sie gratis.Das Angebot heisst Cards4you und richtet sich nicht an Geschäftsleute, sondern an Jugendliche. Auf der Website www.cards4you.ch können sie unter maximal zehn verschiedenen Werbemotiven wählen. Sie geben ihre Adressdaten ein und erhalten innerhalb einer Woche einen Satz von 25 Karten zugesandt.
«Wir gehen davon aus, dass etwa zwanzig dieser Karten tatsächlich weitergegeben werden», sagt Florian Biafori, Mitinhaber von Mediabox. Schliesslich müssen heute ständig Handynummern und E-Mail-Adressen ausgetauscht werden. So werden die Nutzer von Cards4you zu Markenbotschaftern: Sie verknüpfen ihre Identität mit einem Produkt, das sie selbst ausgewählt haben. Daneben bestellen Leute, die eine Card4you erhalten haben, oft selber einen Satz Karten – ein Schneeballeffekt.
Werbekunden buchen bei Mediabox in Modulen von 500 bis 2000 Kartensets. Diesen können Broschüren, Kataloge oder Samples beigelegt werden, um die Wirkung zu verstärken. Wenn ein Sujet ausverkauft ist, bleibt es trotzdem mindestens vier Wochen online. In dieser Zeit können es die Besucher der Website als E-Postcard versenden. Genutzt wurde das Medium unter anderem schon von Nike, H&M, Stimorol und Buena Vista International.
Inspiration aus Holland
Die Idee zu Cards4you hatte Florian Biafori selbst. Pate standen die Icecards aus den Niederlanden, doch änderte Biafori einiges am Konzept. So fehlt bei den Icecards die Auswahl aus verschiedenen Marken. Die Karten werden jeweils direkt vom Werbekunden vertrieben. Zudem enthalten die Icecard-Sets verschiedene Sujets, was die Gefahr erhöht, dass sie gehortet statt verteilt werden.
Nachdem das Konzept stand, suchte Mediabox einen Partner. «Zu den Grundpfeilern unserer Geschäftspolitik gehört, dass wir selbst kein Medium betreiben», erklärt
Biafori. «So garantieren wir unsere Neutralität gegenüber Kunden und Anbietern.» Cards4you sollte von einer eigenständigen Firma betrieben und von Mediabox nur vermarktet werden. Nahe liegend war eine Offerte an Masani’s Ambient Media, die mit Gratispostkarten schon erfolgreich im Markt ist. Diese zeigte auch Interesse, doch kam die Partnerschaft nicht zu Stande. Schliesslich übernahm mit Loop Media in Küsnacht eine neu gegründete Firma die Werbevisitenkarten.
Mitte August startete Cards4you, ohne dass gross die Trommel gerührt wurde. Seither sind laut Biafori rund 600000 Karten ausgeliefert worden. Das entspricht 24000 Bestellungen. «Die Penetration ist nicht riesig», räumt Biafori ein. «Cards4you ist kein Reichweitenmedium. Aber es ist Pfeffer für den Mediamix.» Besonders Teenager lassen sich damit gezielt ansprechen. In der ersten Phase bis Januar 2004 waren 40 Prozent der Personen, die Karten bestellt haben, zwischen 14 und 16 Jahre alt. Über 20 waren 22 Prozent.
Florian Biafori ist überzeugt, dass Cards4you ein Basismedium werden kann wie Gratispostkarten: «Nicht im nächsten Jahr, aber in den nächsten fünf Jahren.» Zurzeit schlägt die Nachfrage bei den Nutzern das Angebot bei weitem: Neue Sujets sind in Windeseile ausverkauft.
Der grosse BruderVorbild der Cards4you sind die Cards for free von Masani’s Ambient Media. Seit Ende 1994 verteilt Masani’s Gratispostkarten an trendigen Lokalitäten. Erst nur in Zürich, seit 1996 in 26 Städten in der ganzen Schweiz. Bereits 1997 erreichte Cards for free die schwarzen Zahlen. «Im Werbemarkt hat sich das Medium ab dem Jahr 2000 richtig etabliert», sagt Nadine Hoffmann von Masani’s.
Im vergangenen Jahr wurden rund 5,5 Millionen Karten mit etwa 320 Sujets produziert. Das entspricht etwa 135 Aufträgen. Um die Attraktivität des Angebots zu steigern, realisiert Masani’s zusammen mit Kunstschulen jährlich sechs Serien mit sechs künstlerischen Sujets.
Bei Jugendlichen ein Hit: Visitenkarten mit dem Lieblings-Brand
Stefano Monachesi

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