EY Luxury Client Index 2026: Trends im Luxusmarkt
Sieben von zehn Schweizer Luxuskäufer:innen würden zertifizierte Gebrauchtprodukte direkt von einer Marke kaufen. Der neue EY Luxury Client Index 2026 zeigt, wie Tradition, KI und neue Geschäftsmodelle die Trends im Luxusmarkt prägen.

Der globale Luxusmarkt zeigt erste Anzeichen einer Erholung – doch das Wachstum bleibt fragil und unterscheidet sich je nach Region und Kundensegment deutlich. Gleichzeitig verändern neue Geschäftsmodelle, exklusive Kundenerlebnisse und KI-gestützte Personalisierung die Trends im Luxusmarkt grundlegend. Dies zeigt der aktuelle EY Luxury Client Index 2026, für den 1’631 sogenannte «Aspirational Luxury Clients» in elf Märkten befragt wurden, darunter rund 100 Personen aus der Schweiz.
Tradition und Qualität bleiben entscheidend
Trotz neuer Trends bleiben die klassischen Werte des Luxussegments zentral. Weltweit zählen Materialqualität (65 Prozent) und Markenheritage (52 Prozent) zu den wichtigsten Kaufkriterien. Auch in der Schweiz zeigt sich dieser Trend ähnlich: Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Befragten nennt die Geschichte und Tradition einer Marke als wichtigen Kaufgrund für etablierte Luxusmarken. Für 64 Prozent spielt die wahrgenommene Produktqualität eine entscheidende Rolle.
Auch bei der letzten Luxusanschaffung dominierten traditionelle Faktoren. Materialqualität (63 Prozent), langfristiger Produktwert (47 Prozent), Markenheritage (46 Prozent) und Handwerkskunst (44 Prozent) gehören zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung.
Fabian Wehren, EY Switzerland Consumer & Retail Sector Leader, sagt zum Report mit Blick auf die Schweiz: «Luxuskonsumenten erwarten heute beides: die traditionellen Werte einer Marke und gleichzeitig innovative Angebote. Besonders interessant ist die hohe Offenheit der Schweizer Kundschaft gegenüber zertifizierten Gebrauchtprodukten, exklusiven Erlebnissen und KI-gestützten Services – solange diese das Markenerlebnis stärken und nicht ersetzen.»
Zukunftspotenzial durch Certified Pre-Owned
Der Markt für zertifizierte gebrauchte Luxusprodukte entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil der Trends im Luxusmarkt. Weltweit würden 62 Prozent der Befragten gebrauchte Luxusprodukte direkt von einer Marke erwerben, sofern Echtheit und Qualität garantiert sind. In der Schweiz liegt dieser Anteil mit 70 Prozent deutlich höher.
Bereits die Hälfte der Schweizer Befragten hat schon einmal ein gebrauchtes Luxusprodukt gekauft (50 Prozent). Die wichtigsten Kaufgründe sind der Zugang zu seltenen oder nicht mehr erhältlichen Produkten (76 Prozent), attraktivere Preise (72 Prozent) sowie Nachhaltigkeitsaspekte (57 Prozent).
Auch abonnementbasierte Modelle gewinnen an Bedeutung. Weltweit können sich 63 Prozent der Befragten ein kostenpflichtiges Luxus-Abonnement vorstellen. Besonders attraktiv sind dabei exklusiver Zugang zu Produkten und Erlebnissen (44 Prozent) sowie personalisierte Angebote und VIP-Erlebnisse (jeweils 38 Prozent).
Erlebnisse werden zum Wettbewerbsfaktor
Luxusmarken investieren zunehmend in exklusive Kundenerlebnisse, um die Kundenbindung zu stärken. Dennoch gaben sowohl weltweit als auch in der Schweiz 30 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten keinerlei markenbezogene Erlebnisse erhalten zu haben.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse das Potenzial solcher Angebote: Weltweit wären 73 Prozent bereit, für exklusive Luxus-Erlebnisse zu bezahlen. In der Schweiz liegt dieser Anteil mit 67 Prozent zwar etwas tiefer, bleibt aber auf hohem Niveau. Besonders gefragt sind private Shopping-Erlebnisse, limitierte Produktzugänge sowie exklusive Lifestyle- und Reiseangebote.
KI soll unterstützen – nicht ersetzen
Künstliche Intelligenz gewinnt auch im Luxussegment an Bedeutung. Sowohl weltweit als auch in der Schweiz sind 81 Prozent der Befragten überzeugt, dass KI das Einkaufserlebnis verbessern kann. Besonders gefragt sind intelligente Spiegel oder virtuelle Anproben im Geschäft, personalisierte Produktempfehlungen sowie digitale Unterstützung während des Einkaufs.
Gleichzeitig bleiben die Erwartungen an den persönlichen Kontakt hoch: Drei Viertel der Schweizer Befragten befürchten, dass durch digitale Technologien der menschliche Aspekt des Luxuserlebnisses verloren gehen könnte (77 Prozent). Während Omnichannel-Shopping zunehmend zum Standard wird, bleibt der stationäre Handel zentral. Weltweit erfolgen 71 Prozent der letzten Luxuskäufe direkt im Markenstore. Auch in der Schweiz dominiert dieser Kanal weiterhin und erzielt die höchsten Zufriedenheitswerte.
Fabian Wehren von EY Switzerland sagt abschliessend: «Luxus bleibt ein persönliches Geschäft. Neue Technologien wie KI können das Einkaufserlebnis bereichern, sie ersetzen aber nicht die menschliche Interaktion. Erfolgreiche Marken werden jene sein, die Innovation gezielt einsetzen und gleichzeitig Exklusivität, Vertrauen und persönliche Kundenbeziehungen stärken.»
Den vollständigen EY Luxury Client Index 2026 finden Sie unter: https://www.ey.com/de_ch
