Euro-Gold für Schweizer Arbeiten
Studio Achermann und Niklaus Troxler holen Preise beim ADC of Europe
Studio Achermann und Niklaus Troxler holen Preise beim ADC of EuropeVon Beat FritschSchweizer Werbung scheint international im Aufwind zu sein. Nachdem es an der Jurierung des Art Directors Club of Europe (ADCE) in den letzten zwei Jahren kein Gold gab, schafften dieses Jahr Schweizer Kreative wieder den Sprung aufs Podest.
Die ADCE-Awards gehören mit zur Spitze der an internationalen Wettbewerben zu vergebenden Auszeichnungen. Eine Anmeldung ist nicht möglich, denn die in den einzelnen Ländern mit Silber oder Gold belohnten Arbeiten nehmen automatisch am europäischen Kreativausstich teil. Und der stand für die Schweiz unter einem guten Stern. Nachdem 1999 aus 52 Arbeiten 10 Nominationen und 2000 aus 50 Arbeiten 4 Nominationen ausgesprochen worden waren, gabs heuer auch für unser Land gelbes Edelmetall.
Von 61 Einreichungen schafften es 8 auf die Shortlist, 2 davon wurden hochkarätig ausgezeichnet. Zu Gold kamen das Studio Achermann für den Migros-Geschäftsbericht und Niklaus Troxler für seine Plakate zum Jazz-in-Willisau-Festival. Dass Schweizer Werbung auch im Ausland wohl(wollend) wahrgenommen wird, zeigte die Aussage von Johannes Newrkla. Der Juror aus Österreich, beim ADCE als Schatzmeister im Amt, vermisste die Kuoni-Spots, denen er ebenfalls Goldchancen eingeräumt hätte.
Ein kritisches Augenmerk setzen die Juroren hingegen nach wie vor auf das Kreativgefälle unter den teilnehmenden Ländern. Gemäss Stefan Schmidt, CD bei Springer & Jacoby International, liege sogar Deutschland noch Lichtjahre hinter den Briten zurück. Gar eine lange Zeit könnte es auch dauern, bis die ehemaligen Ostblockländer ein akzeptables Kreativniveau erreicht hätten. Zurückzuführen sei dies auf die Tatsache, dass die Wandlung von einem Nachfrage- in einen Angebotsmarkt in diesen Ländern ein immer noch laufender Prozess sei, so Schmidt.
Mehr ausgezeichnetes Design als lustige Werbung
Die Jurierung fand in sehr lockerer Atmosphäre bereits zum vierten Mal unter der Ägide des ehemaligen D&AD-Direktors David Kester im Londoner Design Council statt. Von allfälligem Länderchauvinismus war absolut nichts zu spüren, hingegen weckte die Veranstaltung bei aussenstehenden Betrachtern den Eindruck, dass im Gegensatz zu den nationalen Ausmarchungen ein eher stärkeres Augenmerk auf Design und visuelle Umsetzung gelegt wurde. Möglicherweise darum, weil Werbeaussagen sehr oft von länderspezifischem Humor gekennzeichnet sind oder ohne genauere Kenntnisse des Aussagekontextes nicht verstanden werden können. Gestützt wird dieser Eindruck von der Tatsache, dass gerade in den Kategorien Graphic Design und Illustration & Photography je zweimal Gold vergeben wurde, es hingegen in anderen Kategorien gar keine Goldauszeichnungen gab.
Allerdings: Der Grand Prix ging an eine Spotkampagne für QTV/Emap on Air, welche die Juroren vor allem durch Witz und Wortspiel überzeugen konnte. Den Endsieg knapp verpasst hat die Site requiemforadream.com, deren Besuch mehr als nur empfehlenswert ist.
Martin Spillmann hielt sein präsidiales Versprechen
An der Schwelle zum neuen Jahrtausend wurde der ADCE von AY&R-CD Martin Spillmann präsidiert, dessen Ziel es gewesen war, durch bilaterale Gespräche weitere Mitglieder in den Club zu holen. Dies scheint ihm gelungen: Trotz eines Austritts – die Belgier machten ihre 1999 angekündigte Drohung wahr – zählt der ADCE heute mehr Mitglieder denn je. Die Kreativclubs von Portugal und der Tschechischen Republik waren bereits im Jahr 2000 neu mit dabei, an der diesjährigen Ausmarchung durfte man die beiden norwegischen Verbände Grafill und Kreativtforum begrüssen. Der ADCE zählt somit 13 Mitgliedsorganisationen, und von den grossen europäischen Nationen stehen lediglich noch die Franzosen aussen vor.
ADCE – BEST OF EUROPEAN
Die ADCE-Awards gehören mit zur Spitze der an internationalen Wettbewerben zu vergebenden Auszeichnungen. Eine Anmeldung ist nicht möglich, denn die in den einzelnen Ländern mit Silber oder Gold belohnten Arbeiten nehmen automatisch am europäischen Kreativausstich teil. Und der stand für die Schweiz unter einem guten Stern. Nachdem 1999 aus 52 Arbeiten 10 Nominationen und 2000 aus 50 Arbeiten 4 Nominationen ausgesprochen worden waren, gabs heuer auch für unser Land gelbes Edelmetall.
Von 61 Einreichungen schafften es 8 auf die Shortlist, 2 davon wurden hochkarätig ausgezeichnet. Zu Gold kamen das Studio Achermann für den Migros-Geschäftsbericht und Niklaus Troxler für seine Plakate zum Jazz-in-Willisau-Festival. Dass Schweizer Werbung auch im Ausland wohl(wollend) wahrgenommen wird, zeigte die Aussage von Johannes Newrkla. Der Juror aus Österreich, beim ADCE als Schatzmeister im Amt, vermisste die Kuoni-Spots, denen er ebenfalls Goldchancen eingeräumt hätte.
Ein kritisches Augenmerk setzen die Juroren hingegen nach wie vor auf das Kreativgefälle unter den teilnehmenden Ländern. Gemäss Stefan Schmidt, CD bei Springer & Jacoby International, liege sogar Deutschland noch Lichtjahre hinter den Briten zurück. Gar eine lange Zeit könnte es auch dauern, bis die ehemaligen Ostblockländer ein akzeptables Kreativniveau erreicht hätten. Zurückzuführen sei dies auf die Tatsache, dass die Wandlung von einem Nachfrage- in einen Angebotsmarkt in diesen Ländern ein immer noch laufender Prozess sei, so Schmidt.
Mehr ausgezeichnetes Design als lustige Werbung
Die Jurierung fand in sehr lockerer Atmosphäre bereits zum vierten Mal unter der Ägide des ehemaligen D&AD-Direktors David Kester im Londoner Design Council statt. Von allfälligem Länderchauvinismus war absolut nichts zu spüren, hingegen weckte die Veranstaltung bei aussenstehenden Betrachtern den Eindruck, dass im Gegensatz zu den nationalen Ausmarchungen ein eher stärkeres Augenmerk auf Design und visuelle Umsetzung gelegt wurde. Möglicherweise darum, weil Werbeaussagen sehr oft von länderspezifischem Humor gekennzeichnet sind oder ohne genauere Kenntnisse des Aussagekontextes nicht verstanden werden können. Gestützt wird dieser Eindruck von der Tatsache, dass gerade in den Kategorien Graphic Design und Illustration & Photography je zweimal Gold vergeben wurde, es hingegen in anderen Kategorien gar keine Goldauszeichnungen gab.
Allerdings: Der Grand Prix ging an eine Spotkampagne für QTV/Emap on Air, welche die Juroren vor allem durch Witz und Wortspiel überzeugen konnte. Den Endsieg knapp verpasst hat die Site requiemforadream.com, deren Besuch mehr als nur empfehlenswert ist.
Martin Spillmann hielt sein präsidiales Versprechen
An der Schwelle zum neuen Jahrtausend wurde der ADCE von AY&R-CD Martin Spillmann präsidiert, dessen Ziel es gewesen war, durch bilaterale Gespräche weitere Mitglieder in den Club zu holen. Dies scheint ihm gelungen: Trotz eines Austritts – die Belgier machten ihre 1999 angekündigte Drohung wahr – zählt der ADCE heute mehr Mitglieder denn je. Die Kreativclubs von Portugal und der Tschechischen Republik waren bereits im Jahr 2000 neu mit dabei, an der diesjährigen Ausmarchung durfte man die beiden norwegischen Verbände Grafill und Kreativtforum begrüssen. Der ADCE zählt somit 13 Mitgliedsorganisationen, und von den grossen europäischen Nationen stehen lediglich noch die Franzosen aussen vor.
ADCE – BEST OF EUROPEAN
DESIGN & ADVERTISING AWARDS 2001
Schweizer Gold-Nominationen und Gewinner
Kategorie Kampagne Auftraggeber Agentur
Plakat Ferien/Vergessen Kuoni Advico Young & Rubicam (nom.)
Vernetzte Mobilität ZVV Publicis (nom.)
VBZ Literatur VBZ Advico Young & Rubicam (nom.)
Anzeige Zeitung Nico Jahrbuch Tamedia McCann-Erickson (nom.)
Media/Promotion Koks-Flyer Snowboard Garage Publicis (nom.)
Illustration/ Future of Sex My Media Studio Achermann (nom.)
Fotografie
Graphic Design Jazz in Willisau Jazz in Willisau Niklaus Troxler (Gold)
Jahresbericht 1999 Migros Studio Achermann (Gold)
