Es war einmal
«Läb wohl, liebs Beromünster», trällert Folklorenudel Maja Brunner zu den neorustikalen Viervierteln, die Komponist Carlo Brunner mit seiner Superländlerkapelle intoniert. Den Folkloresong hat er eigens für Radio DRS geschrieben. Denn am 28. Dezember will, beziehungsweise muss die SRG den mit 215 Metern als höchstes Gebäude der Schweiz geltenden Sendeturm auf dem Blosenberg bei Beromünster stilllegen.
«Läb wohl, liebs Beromünster», trällert Folklorenudel Maja Brunner zu den neorustikalen Viervierteln, die Komponist Carlo Brunner mit seiner Superländlerkapelle intoniert. Den Folkloresong hat er eigens für Radio DRS geschrieben. Denn am 28. Dezember will, beziehungsweise muss die SRG den mit 215 Metern als höchstes Gebäude der Schweiz geltenden Sendeturm auf dem Blosenberg bei Beromünster stilllegen. Abgesehen davon, dass die Mittelwelle mit dem Aufkommen der Ultrakurzwelle kontinuierlich an Bedeutung verlor, waren auch die Elektrosmog-Grenzwerte der Sendeanlagen viel zu hoch. «Doch was da draa so schön gsi isch, das gaht öis nöd verlore. Es wird im digitale Radio wider nöi gebore…», singt Brunner optimistisch und zweckdienlich im Sinne der SRG-Kommunikatoren. Bis dato hatte der Sender mit seiner folkloristischen Musigwälle 531 noch 300 000 Hörerinnen und Hörer, doch viele unter ihnen in einem Alter, wo der Umstieg auf ein DAB-Gerät keine Kleinigkeit mehr ist.
Weitaus interessanter als die Herausforderung der SRG, ihrer heimatlosen Hörerschaft das Prozedere zu erklären, ist ein Blick auf ein paar Kuriositäten rund um den so genannten Landessender, der auf den Skalen älterer Transistorradios mit Beromünster vermerkt ist und der älteren Generation als Synonym für eine freiheitliche und unabhängige Schweiz während des Zweiten Weltkrieges gilt.
Wenn am Wochenende vom 11. Oktober in der Nachbargemeinde Gunzwil, auf deren Gemeindegebiet der Sender steht, die Abschiedsfete steigt, dann tun das die Gunzwiler mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Denn bei der Inbetriebnahme des Senders im Mai 1931 hielten die PTT den Ortsnamen Gunzwil (im Lokalkolorit «Gunzbu») für einen Landessender als zu wenig repräsentativ, als zu «bünzlig», um international auf die Senderskalen der Radios geprägt zu werden. Doch die Nachbargemeinde, damals Münster (heute noch «Möischter») geheissen, kam nicht in Frage, weil es im deutschen Münster bekanntlich schon einen Sender gibt und Verwechslungen damit programmiert gewesen wären. So erinnerten sich die «Möischterer» ihrer Historie und an den Namen Beromünster, den der einstige Marktflecken bis 1798 trug. Der Luzerner Grosse Rat segnete 1934 die offizielle Umbenennung ab, und Beromünster ging um die Welt. Wäre die Umbenennung schief gelaufen, hätten die PTT den Sender – weitaus weniger exotisch – nach dem benachbarten Städtchen Sursee benannt.
Das Abschiedsfest in «Gunzbu» Mitte Oktober wird übrigens zu einer Art später Anerkennung der Standortgemeinde durch die Senderverantwortlichen. Denn die Gunzwiler hatten den Sender stets als ihren eigenen betrachtet und fühlen sich seit der Namensgebung schmerzlich übergangen. Doch damit nicht genug: Die Anerkennung ist von kurzer Dauer, denn am 1. Januar 2009 fusioniert die Gemeinde endgültig mit Beromünster …
René Worni
Hören Sie hier: Läb wohl liebs Beromünster
Weitaus interessanter als die Herausforderung der SRG, ihrer heimatlosen Hörerschaft das Prozedere zu erklären, ist ein Blick auf ein paar Kuriositäten rund um den so genannten Landessender, der auf den Skalen älterer Transistorradios mit Beromünster vermerkt ist und der älteren Generation als Synonym für eine freiheitliche und unabhängige Schweiz während des Zweiten Weltkrieges gilt.
Wenn am Wochenende vom 11. Oktober in der Nachbargemeinde Gunzwil, auf deren Gemeindegebiet der Sender steht, die Abschiedsfete steigt, dann tun das die Gunzwiler mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Denn bei der Inbetriebnahme des Senders im Mai 1931 hielten die PTT den Ortsnamen Gunzwil (im Lokalkolorit «Gunzbu») für einen Landessender als zu wenig repräsentativ, als zu «bünzlig», um international auf die Senderskalen der Radios geprägt zu werden. Doch die Nachbargemeinde, damals Münster (heute noch «Möischter») geheissen, kam nicht in Frage, weil es im deutschen Münster bekanntlich schon einen Sender gibt und Verwechslungen damit programmiert gewesen wären. So erinnerten sich die «Möischterer» ihrer Historie und an den Namen Beromünster, den der einstige Marktflecken bis 1798 trug. Der Luzerner Grosse Rat segnete 1934 die offizielle Umbenennung ab, und Beromünster ging um die Welt. Wäre die Umbenennung schief gelaufen, hätten die PTT den Sender – weitaus weniger exotisch – nach dem benachbarten Städtchen Sursee benannt.
Das Abschiedsfest in «Gunzbu» Mitte Oktober wird übrigens zu einer Art später Anerkennung der Standortgemeinde durch die Senderverantwortlichen. Denn die Gunzwiler hatten den Sender stets als ihren eigenen betrachtet und fühlen sich seit der Namensgebung schmerzlich übergangen. Doch damit nicht genug: Die Anerkennung ist von kurzer Dauer, denn am 1. Januar 2009 fusioniert die Gemeinde endgültig mit Beromünster …
René Worni
Hören Sie hier: Läb wohl liebs Beromünster
