Elf Epica-Awards für Schweizer Agenturen
Am Donnerstag wurden im geschichtsträchtigen Berliner Kino International die Epica-Awards verliehen. Für den emotionalen Höhepunkt sorgte Publicis Conseil.
Im mit rund 300 Personen gut gefüllten ehemaligen Premieren-Kino der DDR fand die diesjährige Epica-Ausgabe einen würdigen Abschluss. Gehostet von Editorial Director Mark Tungate bot die Show stellenweise beste Unterhaltung und begeisterte besonders in der ersten Hälfte das Publikum, das offenbar viele der präsentierten Gold-Arbeiten zum ersten Mal sah. Die Epicas haben aufgrund der späten Einreichefrist den Vorteil, dass viele Kampagnen prämiert werden können, die noch «unverbraucht» sind. Alle Gewinner können hier abgerufen werden.





Erfolg für Schweizer Agenturen
Zu den bereits am Montag verkündeten Gold-Awards gesellten sich im Laufe der Woche acht weitere Awards. Publics gewinnt nebst Gold für die UBS-Vorsorge-Kampagne Silber in der Kategorie «Press» mit der L’Oréal-Kampagne «Garnier Hide Yesterday». Ebenfalls mit Silber wird die Triumph-Kampagne «Find the One» der Zürcher Produktionsfirma Stories ausgezeichnet. Die dritte Silber-Kampagne ist «Toy Soldiers» von Havas für das Zürcher Kammerorchester.

Ruf Lanz gewinnt 2015 dreimal Bronze: Zweimal mit den Kunsttransporten für Welti Furrer in den Kategorien «Press» und «Outdoor» und einmal für Persönlich in der Kategorie «Press». FCB Zürich erhält für die Neuroth-Radiospots «Quizshow» Bronze und zu guter Letzt kompletiert Publicis den Medaillensatz mit Bronze für die Kampagne der Frauenzentrale Zürich.
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| Publicis | 1 | 1 | 1 |
| Leo Burnett | 1 | ||
| Wirz | 1 | ||
| Havas | 1 | ||
| Stories | 1 | ||
| Ruf Lanz | 3 | ||
| FCB Zürich | 1 | ||
| Total | 3 | 3 | 5 |
Publicis Conseil sorgt für Gänsehaut
Der Höhepunkt des Abends war zweifellos die Übergabe des Gold-Awards in der Kategorie «Animation» für den Renault-Clio-Film «Go anywhere, go everywhere». Die Jury hat ihn zum Sieger der Kategorie erkoren, ohne zu wissen, dass der verantwortliche Texter Fabrice Dubois wenige Tage zuvor bei den Terror-Attacken in Paris ums Leben kam. Diese Information wurde bewusst bis nach der Jury-Entscheidung zurückgehalten, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Dass dennoch der Clio-Spot gewonnen hat – trotz starker Konkurrenz – war ein schöner Zufall in einem tragischen Zusammenhang.
https://www.youtube.com/watch?v=jcbg_VVDECk
Die Verantwortlichen der Agentur, die zwei ihrer Mitarbeitenden und Freunde bei den Angriffen verloren hat, nahmen den Preis entgegen und richteten sich mit den Tränen ringend in einem humorvollen, herzlichen Brief an den verstorbenen Dubois. Anstelle einer Schweigeminute gedachte der gerührte Saal dem Verstorbenen danach mit einer Applausminute und würdigte so seine Arbeit.

Grand Prix: Japan überstrahlt alles
Die vier Grand Prix gehen dieses Jahr nach Österreich (Demner, Merlicek & Bergmann / Outdoor), England (AdamandeveDBB / Press), Holland (J. Walter Thompson Amsterdam / Digital) und Japan (Watts of Tokyo / Film). Die japanische Agentur, die den weiten Weg aus Tokyo angetreten ist und den Preis in Berlin persönlich entgegennahm, sorgte mit dem Film «High School Girl?» für den Kosmetikhersteller Shiseido für Begeisterung in der Jury und im Saal.


Ebenfalls begeistert hat JWT Amsterdam mit der Kampagne für den Online-Übersetzer Elan – übrigens die einzige Auszeichnung für eine niederländische Agentur dieses Jahr. Anhand eines Experimentes wurde demonstriert, wie unterschiedlich Elan und Google Translate übersetzen. Ein japanisches Rezpet für einen Sushi-Reis-Kuchen wurde übersetzt und nachgekocht.
https://www.youtube.com/watch?v=4OdqF5dhVws
Der Press-Grand-Prix geht nach London an die Agentur AdamandeveDDB für die Kampagne «John Lewis Southampton» für die britische Kaufhauskette John Lewis.



Der Outdoor-Grand-Prix geht nach Österreich. Demner, Merlicek & Bergmann hat für Mini Plakatstellen entwickelt, die auf Lichtsignale reagieren und synchron die Farbe der gezeigten Minis wechseln.

Thomas Häusermann



