Eine Hand wäscht dieselbe

Aufgefallen Wie der Lifestyle- ist auch der so genannte «Service-Journalismus» bekanntlich keine Erfindung investigativer Redaktionen, sondern publizistisch denkender Anzeigenabteilungen.

Synergieeffekte Wie der Lifestyle- ist auch der so genannte «Service-Journalismus» bekanntlich keine Erfindung investigativer Redaktionen, sondern publizistisch denkender Anzeigenabteilungen.«No news» ist auch die Tatsache, dass sich dieses bedenklich marktnahe Genre – sieht man einmal von konsumentenschützerischem Urgestein à la Beobachter ab – fast ausschliesslich aus mehr oder minder plumper PR speist. Neu hingegen ist die werbliche Ausschlachtung dieser beiden
Um- respektive Missstände, wie sie die aktuelle Cablecom-Kampagne exemplarisch vorführt.
«Neue Massstäbe» (Aargauer Zeitung) setzt also weniger die grösste Schweizer Kabelnetzbetreiberin als deren Agentur. Krönt McCann-Erickson doch auf ebenso konsequente wie kokette Art eine kommunikative Verwertungskette, deren Ausgangspunkt niemand anders als die Auftraggeberin selbst setzte. Fragt sich nur, wem dieser Zirkelschluss
peinlicher sein sollte, den zitierten Zeitungen oder einer Kreativschmiede, die ihrer Kundin (und damit auch deren potenziellen Kunden) statt würziger Werbung lediglich einen schalen PR-Aufguss bietet.
(oc)

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