Ein neues Berufsfeld im Marketing

MARKETING-TECHNOLOGIE An der 2. MARTECH-Konferenz in San Francisco zeichnet sich das Entstehen eines neuen Berufsbildes ab: der «Marketing-Technologist». Christoph Oggenfuss* schildert die wichtigsten Erkenntnisse des Events.
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Initiant Scott Brinker begrüsste die 1’100 Teilnehmer der 2. MARTECH-Konferenz.In San Francisco ist eben die 2. MARTECH-Konferenz zu Ende gegangen. Die Zahl der 1100 Teilnehmenden hat sich seit der ersten Durchführung in Boston vor acht Monaten mehr als verdoppelt. Damit ist auch schon die Frage beantwortet, wieso es für die Thematik Marketing-Technologie eine spezielle Konferenz brauche. Die meisten Besucher kamen aus Nordamerika, aber auch Europa und Asien waren gut vertreten. Dass aus der Schweiz neben mir gerade noch zwei Personen der Firma Rolex vertreten waren macht deutlich, dass das Thema Marketing-Technologie noch nicht bei uns angekommen ist. Wenn sich z.B. der CEO des Büros in Boston von BCG zwei Tage Zeit nimmt ist das schon überlegenswert.In seiner Einführung hat der der Konferenz-Initiant Scott Brinker anschaulich aufgezeigt, wie sich die Angebotsvielfalt von Marketing-Technologie-Lösungen im 2014 weiter vergrössert hat. Dies macht es für den Marketing-Anwender sehr schwierig überhaupt noch den Durchblick zu behalten.
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Das Angebot der Marketing-Technologie-Lösungen kennt keine Grenzen.Scott Brinker bestätigt die Proliferation von Softwarelösungen und weist gleichzeitig auf eine interessante Konsequenz hin. Es ist ein neues Berufsbild im Entstehen: Der «Marketing-Technologist». Im Moment hört sich das noch gewöhnungsbedürftig an – in fünf Jahren wird dieser Begriff auch in der Schweiz und natürlich in Europa Standard sein. Ein Weckruf also für Ausbildungsinstitutionen!Auffallend bei den Präsentationen war, dass diese nicht technisch geprägt waren sondern ausnahmslos die «Customer Experience» ins Zentrum gestellt haben.Hier nun die Schlüsselaussagen der 2. MARTECH-Konferenz:- Agile Methoden werden zur «Pulsschlag» des modernen Marketings.- In einer stark austomatisierten Welt hilft es für ein besseres Verständnis, Dinge initial manuell zu machen.- Das CMO-CIO-Alignment schreitet voran.- Keine Industrie wird sich der digitalen Disruption entziehen können – gemäss Forrester sind vor allem Versicherungen, Bildung und Banking gefordert.Drei Fragen an den Konferenz-Organisator Scott Brinker:MK Scott, was hat dich veranlasst diese Konferenz zu lancieren?SCOTT BRINKER Ich habe gesehen, dass zwei Welten immer näher zusammenkommen – die Welt des Marketing und die Welt der IT. Natürlich gibt es für diese Welten eigene Konferenzen – mit MATECH fokussiere ich auf die zunehmende Überlappung der beiden Disziplinen.MK Wo siehst du die relevantesten Bewegungen in der Marketing-Technologie Szene?BRINKER Immer mehr Unternehmen versuchen sich vom silogeprägten Verhalten zu lösen, das bisher stark ausführungsorientiert geprägt war. Firmen verstehen zunehmend, dass die Kundendaten in einer ganzheitlichen (holistic) Sicht abbildbar sein müssen und forcieren die organisationsübergreifende Vernetzung. Und ganz erfreulich scheint mir der daran anknüpfende Umsetzungswille – die Führungskräfte wollen auch die Resultate aus dem veränderten Vorgehen sehen.MK Du bringst die MARTECH-Konferenz im Oktober 2015 nach Europa – was motiviert dich dazu?BRINKER Die Revolution des sich verändernden Marketings sehe ich als globales Phänomen. Daher ist es auch wichtig, dass wir Amerikaner uns auch mit der europäischen Community verbinden. Es geht also auch hier um Silos – ich will damit die Marketing-Technologie Länder-Silos aufbrechen. Kommt dazu, dass es in Europa ganz tolle Martech-Firmen gibt.Dass Gute also zuletzt – die erste europäische MARTECH-Konferenz findet am 20./21. Oktober 2015 in London statt.

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