Ein Geschäft, das nicht warten kann

FuP positioniert den Informatikdienstleister Tetrade im regressiven Markt als IT-Integrator

FuP positioniert den Informatikdienstleister Tetrade im regressiven Markt als IT-IntegratorDie 1994 gegründete IT-Integrationsfirma Tetrade macht in der Kommunikation alles anders als ihre Mitbewerber. Während Letztere beim Werben sparen, greift Tetrade tief in die Tasche und positioniert sich mit einem Imageauftritt im darnieder liegenden IT-Markt. Und handelt richtig. Beklagten laut Computerworld Schweiz im vergangenen Jahr die meisten Systemintegratoren rückläufige Zahlen, vermochte das Gümliger Unternehmen mit 42 Mitarbeitenden seinen Umsatz nach eigenen Angaben von 6,5 auf 8 Millionen Franken zu steigern.
Konzipiert wurde die Kampagne von der Berner Agentur Freiburghaus und Partner (FuP), die das Mandat im vergangenen August in einem Pitch gegen drei Mitbewerber gewann. Die Umsetzung versucht aus dem Umstand Kapital zu schlagen, dass Tetrade offenbar einer der ersten Informatikdienstleister war, der sich die Bezeichnung IT-Integrator gab. Indem nun der Auftritt diese Kernkompetenz fokussiert, will man diesen Bereich für sich besetzen.
Primär streben die Anzeigen die Steigerung des Bekanntheitsgrades an, der sogar im Einzugsgebiet Espace Mittelland zu wünschen übrig lässt. Dies erstaunt umso mehr, als das Kundenportefeuille der Firma klingende Namen wie Swisscom, die Post und die SBB enthält. In zweiter Linie soll die Kampagne das Unternehmen «als vertrauenswürdigen IT-Integrator darstellen, der seine Leistungen, im Unterschied zu vielen Mitbewerbern, in time und in budget erbringt», so Vera Sommer, Marketing- und PR-Verantwortliche bei Tetrade.
Inseln werden zu Landschaften zusammengefügt
Die Motive zeigen, wie Tetrade-CEO Michael Liebi auf einem Pissoir und Louis Oetiker, Key Account Manager, in der Sauna mit einem Fremden ins Gespräch kommen. «Was tun Sie?», fragen die Fremden. «We integrate IT», antworten zielgerichtet die Gefragten. Während die Bilder das Geschehen auf eine persönliche Ebene transferieren, könnte man im knappen Dialog das ökonomisierende Moment der Systemintegration abgebildet sehen.
Der Auftritt ist als Investition in die Zukunft gedacht, von der man sich insgeheim allerdings sofort Resonanz erhofft. Da die Systemlandschaften vieler Firmen aus nicht miteinander vernetzten einzelnen Systemkomponenten bestehen, gewinnt das Thema Integration zunehmend an Bedeutung.
Die Erkenntnis wachse, dass durch die Vernetzung von IT-Inseln zu ganzen IT-Landschaften tatsächlich eine Steigerung der Effizienz und relevante Kosteneinsparungen zu erreichen seien, so Barbara Bürgy, Beratunggruppenleiterin bei FuP. Indem eben auch Unterlieferanten, Kunden oder Tochtergesellschaften in die Vernetzung einbezogen würden, ergänzt sie. Ernst Weber

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