Echte und Werberkunst

Keine Kunst war es, letzte Woche passende Events für die Shortlist zu finden. Die Weltwoche und die Bilanz luden eine handverlesene Schar von Zürcher Werbern zur exklusiven ART-Vorpremiere nach Basel ein.

Keine Kunst war es, letzte Woche passende Events für die Shortlist zu finden. Die Weltwoche und die Bilanz luden eine handverlesene Schar von Zürcher Werbern zur exklusiven ART-Vorpremiere nach Basel ein.Notabene ein Event aus Zeiten, als der Jean-Frey-Verlag zum Imperium der Basler Zeitung gehörte. Schön, dass man die alten Partnerschaften aufrechterhielt und den Anlass zusammen mit der BaZ und der Publicitas weiterhin durchführt.Den Kunstinteressierten unter den Zürcher Werbern wäre ansonsten ein Event mit dem Prädikat «mehr als nur wertvoll» abhanden gekommen. Die Gäste kommen jeweils in kleinen Gruppen in den Genuss überaus exklusiver Ausstellungsführungen. Sehr begehrt ist jeweils die Tour mit John Armleder, meist begegnet man mit ihm irgendwann auch seiner Partnerin Silvie Fleury. Und von beiden sind bei aufmerksamer Betrachtung an mehreren Galerie-Outlets Werke zu sehen, die einem entsprechend kompetent erklärt werden, wenn man danach fragt. Weitere ebenso hochkarätige Kunstführer waren dieses Jahr Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien, Guido Magnaguagno vom Tinguely-Museum sowie Christoph Vitali, Kurator der Fondation Beyeler. Nicht zu vergessen das immer frisch und frech präsentierende Künstlerinnengeschwisterpaar Julia und Claudia Müller, welche zu Armleders Schützlingen gehören und in der Schweizer Kunstszene einen hervorragenden Platz einnehmen.
Aber auch sonst lohnt sich der Besuch der ART alleweil. Es dürfte sich neben dem ART-Ableger in Miami um die grösste und beste Nabelschau zeitgenössischer Kunst handeln, die sich allerdings nicht immer sofort durch klare Verständlichkeit auszeichnet. Und auch Etabliertes kann bestaunt werden. Wo sonst lassen sich ein Magritte, ein Picasso, ein Matisse, und wie die grossen Namen des letzten Jahrhunderts alle heissen, aus einer Distanz von weniger als 30 Zentimetern unter die Lupe nehmen. Übrigens ist auch Kunst für den kleineren Geldbeutel erhältlich. Lithos von Bruce Nauman sind für den Spottpreis von 7000 Franken zu haben – die Warhols haben hingegen preislich stark angezogen.
Auch zur Kunst, allerdings zur werberischen in Form von Spots, lud letzte Woche der ADC ins Studio Bellerive ein. Anmeldemöglichkeit gemäss Affiche nur für Mitglieder – eine ebenso handverlesene Selektion demnach wie an der ART. Der kurz vor dem International Advertising Festival (IAF) in Cannes durchgeführte Event nennt sich die DDB-Cannes-Prediction-Rolle. Gezeigt werden in ihr 50 Spots, welche von den DDB-Kreativoberen – darunter Wahlzürcher Michael Conrad – zu Löwenkandidaten befunden wurden. Noch mehr Spass als die Commercials macht allerdings das ADC-Löwen-Toto. Dort darf jeder Zuschauer 20 von 50 Spots ankreuzen. Nach Cannes werden Punkte auf die gewählten Spots verteilt. Es gibt 50 für den Grand Prix, 30 für Gold etc. Und der Siegerin winkt ein Europaflug nach Wahl mit der Swiss. Denn laut Statistik haben bisher meist weibliche Beraterinnen richtig getippt. Na dann, guten Flug in die Zukunft der Werbung!
Brillanter Experte mit Event-Gastgeberin: ART-Ikone und begnadeter Kunstführer John Armleder mit Verlagsleiterin Uli Rubner.
Da gabs was zu lachen: Heidi und Ernst Meier (r.) unterhielten sich mit Bilanz-Chefredaktor René Lüchinger.
Nutzten die Gelegenheit zum ART-Besuch, da als frühere Wahlwiener natürlich geradezu kunstinfiziert: Andrea und Geri Aebi.
Auch Advico-CD Daniel Comte und Ehefrau Andrea genossen kunstinteressiert die exklusive Ausstellungsführung.
Franco Rogantini von der Banca del Gottardo mit den beiden Werbern Victor Zahn (r.) und Marcel Fankhauser (l.).
Grössenverhältnisse: Ursula Guhl und Hans-Joachim Timm von TBWA vor gigantischen Ausstellungsobjekten.
An der ART gibts witzige Skurrilitäten, die passieren, wenn man die ganze Familie ganz hinten im Wohnwagen zusammenpfercht …
… oder Monstrositäten wie das Objekt, dem aber ob seiner Detailtreue auch die morbide und unwiderstehliche Faszination innewohnte.
Nicht ohne ein gewisses Schmunzeln wurde zudem der tätowierte Schweinebauch von den Besuchern aufgenommen.
ADC-Geschäftsführerin Helen Müller begrüsste auch Michael Schönhaus zur «kleinen Cannesrolle» bei Condor.
Sebahat Derdiyok mit Schauspieler Jeremy Wolf (l.) und Beat Rebmann von @soho beim ADC-Löwen-Toto.
Script-Präsidentin Stephanie Hugentobler und Rafael Neziri diskutierten zusammen die Qualität der visionierten Spots.
Liessen sich die exklusive Preview der DDB-selektionierten Commercials nicht entgehen: Isabelle Krieg und Markus Rottmann.
Christian Bobst von JvM/Spree, Serge Deville von Euro RSCG und Alain Picard, frisch gebackener Text-Freelancer (v. l.).
Jürg Aemmer und Petra Tschudi liessen das Gesehene bei einem gemeinsamen Bier nochmals Revue passieren.
Beat Fritsch

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