Druckpartner bei der Papierwahl in die Planung einbeziehen

PAPIER Das Angebot an aussergewöhnlichen  Natur- und Spezialpapieren ist mittlerweile riesig. Für Unternehmen eine Möglichkeit, ihre gedruckten Medien optisch und haptisch sehr individuell zu gestalten. Unterstützung  bei der Auswahl bieten die Druckereien.
Einladung_3D
Raffiniert gestaltete Einladung. Eine Herausforderung in Sachen Druck und Weiterverarbeitung. Bild: Kasimir Meyer AGVON SABINE FLACHSMANNDie meisten Papierqualitäten können heute ohne Probleme bedruckt und weiterverarbeitet werden. Trotzdem gilt es gerade beim Druck auf Natur- und Spezialpapieren einiges zu beachten, damit sich das Ergebnis auch mit den Vorstellungen an das Printprodukt deckt. Der Druck von anspruchsvollen Bildern, aber auch einzelne Veredelungstechniken können dabei aufwendiger sein, als geplant und zu einer echten Herausforderung für die Druckerei werden.Unternehmen sind deshalb gut beraten, wenn sie das Druckunternehmen möglichst frühzeitig in ihre Planung einbeziehen und auch die Papierwahl mit dem Druckpartner besprechen..Zusammenarbeit mit dem PapiergrosshandelDie Kasimir Meyer AG hat einen guten Kontakt zu den Partnern im Papiergrosshandel. «Diese informieren uns regelmässig über Trends und neue Produkte», sagt Cyrill Heimgartner, Geschäftsführer, Kasimir Meyer AG. «Für uns ist das wichtig, damit auch wir unsere Kunden bei der Papierwahl bestmöglich unterstützen können. Selbstverständlich beraten wir unsere Kunden auch bei der Papierwahl für ihre Printprodukte und/oder bei Veredelungen. Auch besorgen wir, sofern gewünscht, Papiermuster oder erstellen Blindmuster. Zudem beraten wir die Kunden in Bezug auf den Aufbau der Bilder mit entsprechenden Profilen.»Viele Kunden wählen ihr Papier selbst aus. Zum Einsatz kommen dabei auch hochwertige Natur- und Spezialpapiere, so die Erfahrung bei Kasimir Meyer.Laufrichtung beachten«Grundsätzlich haben wir keine Probleme bei der Verarbeitung solcher Natur- und Spezialpapiere. Je nach Papierwahl muss jedoch – beispielsweise bei einem alubedampften Papier – sehr sorgfältig mit dem Bedruckstoff umgegangen werden.» So kann für die Trocknung der Farbe und die Weiterverarbeitung, je nach Papierqualität, mehr Zeit erforderlich sein. Dieses Zeitfenster muss bei der Planung und der Terminierung mit dem Kunden besprochen und berücksichtigt werden.Zu beachten ist ausserdem, dass bei Spezialpapieren das Papier nicht immer in beiden Laufrichtungen erhältlich ist. «Für die Weiterverarbeitung ist aber die Laufrichtung ein wichtiger Faktor, um eine optimale Qualität zu erreichen», erklärt Heimgartner. Die Folge sei, dass aus einem grösseren Bogen weniger Nutzen herausgeschnitten werden könne und der Rest des teuren Papieres vernichtet werden müsse. Das verursache Kosten, die sich vermeiden liessen.Einbezug in der PlanungsphaseSind Veredelungen, spezielle Papiere oder aussergewöhnliche Ausführungen für einen Druckauftrag geplant, empfiehlt Heimgartner bereits in der Planungsphase mit dem Druckpartner Kontakt aufzunehmen. «Nur so können wir unser Know-how einbringen und zu einer perfekten Drucksache beitragen. Dies immer im Interesse des Kunden.»Heimgartner stellt in der Praxis fest, dass wieder vermehrt Naturpapiere eingesetzt werden. Bei Naturpapieren sind jedoch die Veredelungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Zum Einsatz kommt in solchen Fällen vermehrt der Siebdruck. Einen eindeutigen Trend kann Heimgartner jedoch nicht ausmachen.Zusätzliche Bildbearbeitung bei speziellen Papieren«Die überwiegende Mehrheit der Kunden kommt bereits mit konkreten Papierwünschen zu Sihldruck», weiss Andreas Hostettler, Leiter Marketing + Verkauf und Mitglied der Geschäftsleitung. «Gemeinsam mit dem Kunden prüfen wir, ob sich das gewählte Produkt bezüglich Bildwiedergabe, Druck und Weiterverarbeitung eignet. Je nach Komplexität arbeiten wir auch mit Blindmustern.»Hostettler ist überzeugt, dass die Vielfalt an Papieren, welche für Corporate-Publishing-Produkte eingesetzt werden können, eine Bereicherung für Kreativabteilungen ist. Manchmal werde aber auch bei der Produktion vergessen, dass viele dieser Papiere auch eine besondere Bildbearbeitung benötigen. «Findet dieser Aspekt keine Berücksichtigung, kann das Druckresultat beträchtlich von der Wunschvorstellung abweichen», sagt er.Auch das Trocknungsverhalten und die Eignung zur Weiterverarbeitung muss von Beginn an berücksichtigt werden, um den vorgegebenen Terminplan einhalten zu können.Trend zu mattgestrichenen PapierenDie Empfehlung an die Kunden lautet deshalb, schon in der Planungsphase den Kontakt mit dem Druckdienstleister suchen. Nur ein frühzeitiger, gemeinsamer Austausch von Informationen könne verhindern, dass der erstmalige Einsatz von Spezialpapieren zu Enttäuschungen, Ärger sowie zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand führt.Zu den Trends bei der Papierwahl befragt, erklärt Hostettler, das sich diese stark an den allgemeinen Modeströmungen orientieren «Aktuell erkennen wir eine Verschiebung von Naturpapieren mit ausgeprägter Haptik zurück zu mattgestrichenen Papieren.» Hostettler sieht als Grund für diese Entwicklung u.a. den Wunsch der Kunden nach einer möglichst optimalen Bildwiedergabe.

More articles on the topic