Dribbelkünstler mit Torriecher
Antonio Lopez ist seit Anfang Februar Texter bei Publicis.
Antonio Lopez ist seit Anfang Februar Texter bei Publicis.Früher hat Antonio Lopez als Stürmer eines Zürcher Fussballvereins Tore geschossen. Heute jongliert er als Texter nur noch mit Worten statt mit Bällen: seit Februar im Team der Zürcher Agentur Publicis. «Nur wenige Schweizer Agenturen entsprechen meiner Vorstellung von kreativer Werbung», sagt Lopez, der für den Wechsel an die Limmat seinen Job bei Springer & Jacoby in Hamburg an den Nagel hängte. Die konstanten Leistungen des Teams um Jean Etienne Aebi und Markus Gut respektiere er schon lange. An diese möchte der 31-Jährige nun anknüpfen und erfolgreiche Kampagnen produzieren, die auch Preise gewinnen. «Und zwar für grosse Kunden», betont Lopez, «weil das schwieriger ist als für den Coiffeur um die Ecke.»Die Inspiration dazu findet der Schweizer mit spanischen Wurzeln im Alltag: Er verschlingt alles – von Boulevard bis Weltliteratur. Sein (Lese-)Hunger nach Neuem spiegelt sich auch im beruflichen Werdegang: Der Texter jobbte schon als Fitnessinstruktor, Journalist, Barkeeper oder Assistent von Ballettdirektor Heinz Spoerli, studierte zeitweise am Konservatorium (Klavier) und an der Universität (französische und deutsche Literatur).
In seinen Anfängen als Texter bei FCB Leutenegger Krüll hat der Quereinsteiger das Handwerk gelernt und dabei rasch Parallelen zum Fussball gezogen: «In beiden Disziplinen wird das Toreschiessen einfacher, je besser das Team ist», sagt Lopez. So habe er sich schnell in den Kopf gesetzt, in die «Champions League» aufzusteigen. Zwei Jahre später realisierte er diese Vorstellung mit einem Texterjob bei Jung von Matt/Alster. Dort erwartete ihn eine harte, aber umso lehrreichere Schule: «In Deutschland ist alles zehnmal grösser, zehnmal schneller, die Arbeit zehnmal härter, weil man zehnmal mehr Konkurrenz und Hindernisse auf dem Weg zur Realisation einer Kampagne zu überwinden hat», erzählt Lopez. Dadurch habe er gelernt, mit einer gewissen Besessenheit das Maximum an Qualität herauszuholen. Obwohl er an der Alster eine faszinierende Zeit erlebte, habe sein Privatleben darunter gelitten. Das änderte sich auch nicht, als der Texter nach 17 Monaten zu Springer & Jacoby wechselte. «Der Kampf ums Überleben spielt sich in solchen Agenturen nicht nur extern, sondern auch intern ab, und das 13 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche», sagt Lopez. In den beiden Agenturen arbeitete er unter anderem an Kampagnen mit für BMW (3er-Serie), Mini, Bild, Panasonic, Smart sowie Mercedes-Benz.
Zurück in der Schweiz empfindet Lopez alles paradiesisch – die Arbeit bei Publicis, das Essen, das Kulturangebot. Einzig das Weltmännische und die Schnelligkeit vermisse er hier ein wenig. Das im Ausland antrainierte Tempo möchte er nun auch ins Team von Publicis bringen und sich dem «schweizerischen Sauglattismus» in der Werbung verweigern. «Eine Kampagne kann auch mal nur intelligent statt lustig sein», ist Lopez überzeugt – er will «überraschend, verblüffend, witzig, einfach und schnell dramatisieren». Mit «schnell» meint der Texter, «dass die Message jeder sofort ohne Erklärung verstehen muss».
In der helvetischen Provinzialität zu versinken, fürchtet er dennoch nicht. Schliesslich spiele er jetzt in der besten Mannschaft der Schweiz, dem FC Basel der Werbung sozusagen. Und dieser hat es ja bekanntlich auch im lukrativen Geschäft der Champions League weit gebracht.
Will die Schweizer Werbelandschaft im Sturm erobern: Publicis-Texter Antonio Lopez.
Carole Koch
In seinen Anfängen als Texter bei FCB Leutenegger Krüll hat der Quereinsteiger das Handwerk gelernt und dabei rasch Parallelen zum Fussball gezogen: «In beiden Disziplinen wird das Toreschiessen einfacher, je besser das Team ist», sagt Lopez. So habe er sich schnell in den Kopf gesetzt, in die «Champions League» aufzusteigen. Zwei Jahre später realisierte er diese Vorstellung mit einem Texterjob bei Jung von Matt/Alster. Dort erwartete ihn eine harte, aber umso lehrreichere Schule: «In Deutschland ist alles zehnmal grösser, zehnmal schneller, die Arbeit zehnmal härter, weil man zehnmal mehr Konkurrenz und Hindernisse auf dem Weg zur Realisation einer Kampagne zu überwinden hat», erzählt Lopez. Dadurch habe er gelernt, mit einer gewissen Besessenheit das Maximum an Qualität herauszuholen. Obwohl er an der Alster eine faszinierende Zeit erlebte, habe sein Privatleben darunter gelitten. Das änderte sich auch nicht, als der Texter nach 17 Monaten zu Springer & Jacoby wechselte. «Der Kampf ums Überleben spielt sich in solchen Agenturen nicht nur extern, sondern auch intern ab, und das 13 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche», sagt Lopez. In den beiden Agenturen arbeitete er unter anderem an Kampagnen mit für BMW (3er-Serie), Mini, Bild, Panasonic, Smart sowie Mercedes-Benz.
Zurück in der Schweiz empfindet Lopez alles paradiesisch – die Arbeit bei Publicis, das Essen, das Kulturangebot. Einzig das Weltmännische und die Schnelligkeit vermisse er hier ein wenig. Das im Ausland antrainierte Tempo möchte er nun auch ins Team von Publicis bringen und sich dem «schweizerischen Sauglattismus» in der Werbung verweigern. «Eine Kampagne kann auch mal nur intelligent statt lustig sein», ist Lopez überzeugt – er will «überraschend, verblüffend, witzig, einfach und schnell dramatisieren». Mit «schnell» meint der Texter, «dass die Message jeder sofort ohne Erklärung verstehen muss».
In der helvetischen Provinzialität zu versinken, fürchtet er dennoch nicht. Schliesslich spiele er jetzt in der besten Mannschaft der Schweiz, dem FC Basel der Werbung sozusagen. Und dieser hat es ja bekanntlich auch im lukrativen Geschäft der Champions League weit gebracht.
Will die Schweizer Werbelandschaft im Sturm erobern: Publicis-Texter Antonio Lopez.
Carole Koch
