Die Seele der Unternehmenskultur

Corporate Publishing Interne Kommunikation und Mitarbeitermagazine gewinnen an Bedeutung.

Corporate Publishing Interne Kommunikation und Mitarbeitermagazine gewinnen an Bedeutung. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie. Die vom Forum Corporate Publishing FCP in Auftrag gegebene und von der TNS Emnid durchgeführte Studie hat bei Deutschlands Top-500-Unternehmen den Stellenwert der Mitarbeitermagazine untersucht. An der Befragung nahmen die Verantwortlichen für die interne Kommunikation teil. Das Resultat der Studie ist in einem Booklet zusammengefasst, das Mitte April vom FCP herausgegeben wird.
Aus den Resultaten geht hervor, dass den Mitarbeitermagazinen eine hohe Kompetenz beim Erreichen wichtiger Kommunikationsziele zugestanden wird. Sie sind wie kein anderes Medium geeignet, Umstrukturierungen oder strategische Neuausrichtungen kompetent und verständlich zu vermitteln. Dies ist in einer Zeit des «Change Managements» oder des «Internal Brandings» enorm wichtig. Für Ulrich Nies, Leiter Information Coordination der BASF AG in Ludwigshafen, ist es wichtig, die Mitarbeitenden mit professioneller Kommunikation zu ermutigen, ihr Leistungspotenzial und ihre Kreativität für den Unternehmenserfolg einzusetzen. Für die befragten Kommunikationsfachleute besteht kein Zweifel, dass Mitarbeitermagazine die interne Kultur prägen und weiterentwickeln. Mitarbeitermagazine sind «die wahre Seele des Unternehmens», wird in der Präsentation der Studienresultate festgehalten.
Gestiegene QualitätsansprücheSo wie sich die publizistische Qualität bei Kundenpublikationen in den letzten Jahren durchgesetzt hat, erkennt nun eine wachsende Zahl an Unternehmen die Notwendigkeit, die Mitarbeiterkommunikation auf ein inhaltlich höheres Niveau zu heben: «Inhouse Communication ist zunehmend Sache von Kommunikationsprofis und nicht mehr von Betriebsräten, Personalabteilungen oder Fachbereichen», stellt FCP-Geschäftsführer Michael Höflich fest. Mitarbeitermagazine sind längst nicht mehr mediale Gefässe für nette Berichte über Betriebsanlässe oder für moraltriefende PR-Aufsätze der Unternehmensleitung, sondern übernehmen eine führende Rolle in der strategischen Unternehmenskommunikation. Diese Funktion kann aber nur mit professionell aufbereiteten Kommunikationsmitteln erfüllt werden, welche die Mitarbeitenden umfassend und ehrlich über Strategien und aktuelle Entwicklungen informieren und ihnen ermöglichen, Werte, Ziele und Ideen mit dem Unternehmen zu teilen.
Die Studienresultate sind eher als Absichtserklärung oder Wunschgedanken der Kommunikationsverantwortlichen denn als Status quo zu werten. Nach wie vor wird bei Budgetkürzungen der Rotstift vorschnell im Bereich der internen Kommunikation, insbesondere bei den Mitarbeitermagazinen, angesetzt. Auf manchen Teppichetagen gilt immer noch die Auffassung, für die Information der Mitarbeitenden sei das Intranet völlig ausreichend, viel schneller und vor allem bedeutend günstiger. Dem entgegnet Viviane Laissue, Leiterin Interne Kommunikation der Swisscom: «Der Wert von Mitarbeitermagazinen wird immer wieder unterschätzt. Eine Zeitschrift in der Hand zu haben, die mich über meinen Arbeitgeber kritisch, hintergründig und spannend informiert, kann durch keinen E-Mail-Versand oder Aushang wettgemacht werden.»
Daniel Steim ist Mitglied der Geschäftsleitung der CP-Agentur Medianovis AG.
Daniel Steim

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