Der Wiener setzt eine rosa Brille auf

Österreichs Hauptstadt entdeckt die spendierfreudigen homosexuellen Touristen

Österreichs Hauptstadt entdeckt die spendierfreudigen homosexuellen TouristenDer Wiener Tourismusverband hat vor kurzem zwei Kataloge publiziert, die für einmal nicht zu Familienweekends, Mozartfestivals oder Schubertiaden einladen. Angesprochen sind vielmehr – man lese und staune – homosexuelle Touristen.«Vienna Gay Guide» und «G-Vienna Guide» heissen die beiden Publikationen, die Wien als gayfreundliche Reisedestination propagieren. Wie der Wiener Tourismusverband erklärt, ergaben diverse Umfragen, dass homosexuelle Konsumenten besonders reisefreudig, kulturinteressiert und auch besonders kaufkräftig sind.
Die vom Verband in Auftrag gegebene Studie führte beispielsweise zum Ergebnis, dass 29 Prozent aller Heterosexuellen und 43 Prozent der Homosexuellen einen grossen Teil ihres Geldes ausschliesslich für ihren Urlaub ausgeben.
Ein weiterer Motivationsgrund für diese spezielle Aktion ist die diesjährige Europride, die zum ersten Mal in Wien über die Bühne geht. Der kulturlastige Event, der sich über den ganzen Monat Juli erstrecken wird, ist Anziehungspunkt für Tausende gay-freundlicher Besucher und Besucherinnen.
Doch damit ist noch lange nicht genug. Zumal nicht nur im Land selber, sondern auch im Ausland für Wiens Randgruppenfreundlichkeit geworben wird. Über das ganze Jahr verstreut, sollen Inserate- und Plakatkampagnen in den Zielmärkten England, Deutschland, Schweden und den Niederlanden platziert werden. Hut ab. Was Österreichs Hauptstadt, trotz der rechtskonservativen Landesregierung, mit diesen Aktionen leistet, ist zweierlei: Geld ist ein willkommener Gast, und es lohnt sich manchmal eben doch, über den Zaun antiquierter Vorurteile zu springen, damit man auch in den Genuss des gesunden Grases auf unberührter Wiese gelangt.
Die Wiener Gay-Kataloge können bestellt werden bei: Österreich Werbung, Zurlindenstrasse 60, 8036 Zürich, Tel. 01 451 15 51, Fax 01 451 11 80. Chandra Kurt

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