Das Überleben sichern

Gastkommentar Die Konsolidierung der Druckbranche ist ein Muss. Die Fusion von NZZ und Ringier ist daher als wegweisend zu werten, findet Peter Edelmann.

Gastkommentar Die Konsolidierung der Druckbranche ist ein Muss. Die Fusion von NZZ und Ringier ist daher als wegweisend zu werten,
findet Peter Edelmann.
Was dieser Tage mit der Zusammenführung des Geschäftsdrucks von Ringier und NZZ unter das Holding-Dach der neu gegründeten Swiss Printers AG vollzogen wurde, liegt im Trend und ist eine wirtschaftlich begründete Reaktion auf die in der Druckindustrie herrschende Überkapazität. Dass dieser Zusammenschluss ausserhalb wirtschaftlicher Not erfolgt, ist bei diesem Unterfangen besonders erfreulich, denn er beugt dabei auftretenden menschlichen Härten im Personalbereich vor.Als Beobachter ist man nicht erstaunt über diese Vorgänge. Die zurzeit gegen 20 Prozent veranschlagte Überkapazität in der grafischen Industrie, welche einem ruinösen Wettbewerb Nahrung gibt, könnte auch durch einen wirtschaftlichen Aufschwung mit verhaltenem Umsatzwachstum nicht beseitigt werden. Ursache ist die Tatsache, dass jeder Ersatz einer alten Druckanlage durch eine neue automatisch höhere Leistungen mit sich bringt. Auch die Druckvorstufe, welche heute digital, sprich «Computer-to-plate», erfolgt, steigert die Produktivität.
Schwenkt man von der technischen zur betriebswirtschaftlichen Betrachtung, so stellt man fest, dass der heutige Drucksachenpreis auf Grund der innovativen Fertigung ein bisher unerreichtes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist. Dies, weil jede Investitionsrechnung und die darauf basierende Preiskalkulation von einer voll ausgelasteten Anlage ausgeht. Was sich zwar meist als utopisch erweist, aber den Effekt hat, dass die Preise immer weiter fallen. Dank dieser kundenfreundlichen Umstände bleibt die Drucksache zu den elektronischen Informationsmitteln weiterhin konkurrenzfähig.
Laut der vom Branchenverband Viscom herausgegebenen «Zukunftsstudie der visuellen Kommunikationsbranche» wird der Gesamtbedarf an Informationsmitteln in den nächsten zehn Jahren weiter zunehmen. Das grösste Wachstumspotenzial wird für «Neue Medien» prognostiziert; aber auch der Druckbereich kann durch Standardisierung, Automatisierung und Individualisierung seinen Marktanteil halten oder gar vergrössern. Letzteres bedingt jedoch, dass man sich von der Masse abhebt und durch die Aneignung neuer Geschäftsfelder nicht Opfer des Strukturwandels wird.
Die Fusion von Ringier und NZZ ist daher für die Branche wegweisend. Mit einer aufeinander abgestimmten Investitionsplanung können Doppelspurigkeiten vermieden und Kapazitäten beschränkt werden. Eine Kooperation reduziert zudem Kosten in Organisation und Beschaffung. So wird die Konkurrenzfähigkeit gestärkt, was nicht nur zur nachhaltigen Sicherung der Erträge und Gewinne, sondern letztlich auch der Arbeitsplätze beiträgt.
> Peter Edelmann ist Präsident des Schweizer Verbandes für visuelle Kommunikation (Viscom) und Direktor der Zürcher Oberland Medien in Wetzikon.

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