Das digitale Tor zur Welt der Immobilien
APPLIKATION Seit über 20 Jahren gehört der Report «Immo-Monitoring» von Wüest & Partner zur Pflichtlektüre in der Immobilienbranche. Zusammen mit Neidhart + Schön hat das Beratungsunternehmen für die Abonnenten eine App entwickelt und bewirbt diese mit crossmedialen Kampagnen.

Joëlle Loos von Neidhart + Schön mit Jon Bracher (links) und Robert Weinert von Wüest & Partner.Seit 23 Jahren publiziert das Beratungsunternehmen Wüest & Partner das «Immo-Monitoring». In dem über 200 Seiten dicken Buch findet der Leser unter anderem Perspektiven und Prognosen, Bautrends, Markt- und Regionendaten sowie Hintergründe aus der Immobilienbranche. Die Publikation richtet sich einerseits an professionelle Immobilienakteure, findet andererseits auch in der Fachpresse immer wieder Resonanz. «Immo-Monitoring» erscheint in Deutsch und Französisch mit einer Auflage von ungefähr 2500 Exemplaren und kostet pro Ausgabe 320 Franken. Bis vor einem Jahr wurden jeweils eine Herbst- und eine Frühlingsausgabe veröffentlicht.Um auch weiterhin im Vergleich mit der Konkurrenz das beste Produkt anbieten zu können, geht man bei Wüest & Partner mit der Zeit – immer mit dem Kundennutzen im Fokus. Deshalb hat man sich dazu entschlossen, die Publikation neu auch digital zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass im Zuge der Digitalisierung auch bei den Kunden der Beratungsfirma immer mehr das Bedürfnis besteht, unterwegs und jederzeit auf die Infos zum Immobilienmarkt zugreifen zu können.Mehr Updates dank AppZusammen mit dem Mediendienstleister Neidhart + Schön hat man deshalb eine App zu der Publikation entwickelt. «Wir wollten eine App, die es unserer Zielgruppe erlaubt, die Inhalte via Tablet oder Smartphone zu lesen», erklärt Robert Weinert von Wüest & Partner. «Dabei sollte der Aufwand für diesen ersten Schritt überschaubar sein. Danach soll die App laufend weiterentwickelt werden.» So lehnt sich die App vorläufig noch stark an die gedruckte Version an und verzichtet auf aufwendige Extras. Der Text wird eins zu eins aus dem Buch übernommen, jedoch hat der Leser die Möglichkeit, diesen in verschiedenen Grössen darzustellen. Auch gibt es eine Bildergalerie, in der die Grafiken präsentiert werden. Neben dem «Immo-Monitoring» sind auf der App zudem noch weitere kompakte Marktreports von Wüest & Partner verfügbar.Die App steht allen offen und kann gratis heruntergeladen werden, wobei das Immo-Monitoring exklusiv den Abonnenten zur Verfügung steht. Neu gibt es dank der App neben den regulären zwei Ausgaben pro Jahr noch zwei Updates im Winter und im Sommer. Als die Nationalbank Mitte Januar den Mindest-Frankenkurs aufgehoben hat, zahlte sich die höhere Publikationsfrequenz bereits ein erstes Mal aus, konnte doch Wüest & Partner so seine Kunden im Januar-Update über die Auswirkungen dieses Entscheides auf die Branche informieren. Mittels Push-Nachricht erfahren die App-User, wann ein neues Update verfügbar ist.Komplexe UmsetzungDie Entwicklung der App dauerte ungefähr dreiviertel Jahre. «Wir mussten uns zuerst informieren, was man in einer App überhaupt alles umsetzen kann», sagt Jon Bracher von Wüest & Partner. «Dann mussten wir entscheiden, was wir genau realisieren wollten.» Joëlle Loos von Neidhart + Schön betont, dass die Komplexität der Umsetzung von vielen Firmen oft unterschätzt werde. Die Inhalte müssen z.B. auf verschiedene Kanäle und unterschiedliche Textlängen in den einzelnen Sprachen abgestimmt werden.Trotz der App setzt man bei Wüest & Partner weiterhin klar auf das Printprodukt. Das haptische Erlebnis beim Anfassen und Durchblättern des veredelten Buches sei nach wie vor wichtig und hinterlasse einen bleibenden Eindruck.Hohe Conversion-RateMit einer Serie von crossmedialen Kampagnen, angestossen durch ein personalisiertes Print-Mailing, macht Wüest + Partner auf seine Publikationen aufmerksam. In dem Mailing wird auf die App hingewiesen und ein QR-Code platziert, mit dem der Empfänger direkt auf eine Bestellseite gelangt. Trotzdem bestellen die meisten Abonnenten die Publikation nach wie vor mit dem gedruckten Formular, auch weil die eher ältere Zielgruppe der Beratungsfirma printaffin ist. Interessant ist jedoch, dass die Conversion-Rate online mit 30 Prozent sehr hoch ist. Das heisst, dass gut ein Drittel der Personen, die via QR-Code zum Online-Bestellformular gelangen, auch eine Bestellung auslöst. «Das zeigt das grosse Potenzial des digitalen Weges», ist Joëlle Loos überzeugt.Bei Wüest & Partner ist man bestrebt, die App in den nächsten Jahren zusammen mit Neidhart + Schön weiterzuentwickeln. Inzwischen gebe es auch mehr technische Möglichkeiten und man verfüge über ein grösseres Know-how. Vorstellbar seien zum Beispiel die Integration von Videos, die Verlinkung auf Website-Content mit zusätzlichen Infos oder eine stärkere Präsenz auf Social Media.Autor: Simon Wolanin
