Daniel Matter

ADC-Jurychairman

ADC-JurychairmanWas ist an den diesjährigen Gold-Kampagnen so wegweisend? : Die Stärke der Kampagne für Sportplausch Wider: viele tolle Einzelideen, die ein Gesamtes ergeben. Die Stärke der Kampagne für den ZVV: eine tolle Gesamtidee, die in den Einzelteilen nicht langweilig wird. Die Stärke beider Kampagnen: witzig gedacht, gut gemacht.
Haben Sie neue Trends feststellen können?
Matter: Der Trend in allen Kategorien war: weniger Überdurchschnittliches, weniger Unterdurchschnittliches.
Wie ist es um die Qualität dieses Werbejahrgangs generell bestellt?
Matter: Für ein Jahr mit nur drei Quartalen kein schlechter Jahrgang. Er wäre besser, wären nicht Sachen unter dem Tisch gelandet, die im Ausland (Cannes, Epica etc.) bereits ausgezeichnet worden sind.
Ihr Fazit nach 26 Jahren ADC?
Matter: Schwierig. Spannend. Nötig.
Sind Newcomer auszumachen, oder gewannen wieder einmal die ADC-Habitués?
Matter: Ja. Gewisse Habitués in neuer Formation. RufLanz zum Beispiel. Oder Jung von Matt/ Limmat und Matter & Partner, die beide zugelegt haben. Die Frage ist allerdings immer: Wer konnte womit eine Auszeichnung gewinnen? Für Kunden, die einem alle Freiheiten geben, ist es einfacher.
Welchen Arbeiten geben Sie fürs Werbefestival in Cannes Chancen?
Matter: Was Gold oder Silber in Zürich gewonnen hat, hat Chancen in Cannes. Aber nicht nur das. Ich habe auch Bronze und sogar nicht ausgezeichnete Sachen gesehen, die es schaffen dürften.
Worauf legten Sie bei der Bewertung besonderes Augenmerk?
Matter: Respekt gegenüber den Leistungen anderer. Auch wenn sie nicht genügend gut sind, um ausgezeichnet zu werden. Professionalität bei der Bewertung, bei der Diskussion, bei der Entscheidung. Verzicht auf Eigeninteresse.
Werden Sie auf Grund der Werbung nun eines der preisgekrönten beworbenen Produkte kaufen?
Matter: Sicher. Ich glaube an Werbung. Vor allem an solche, die der ADC auszeichnet.
Ist eine Arbeit dabei gewesen, die für Sie als Art Director Kunststatus erreicht hat?
Matter: Es ist Kunst dabei, die Werbestatus erreicht hat. Das «Freitag»-Buch von Lars Müller, vielleicht noch die Illustrationen für Publicis’ Weihnachtsmailing. Ah, und dann noch die Kunst, es als ADC-Vorstand oder Jurychairman allen recht zu machen. Aber die ist womöglich weder Andreas Prokesch noch mir geglückt. Logisch.

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