Blick über die Grenze
Oliver Classen über mögliche Verlagskooperationen im Bereich Nebengeschäfte.
Oliver Classen über mögliche Verlagskooperationen im Bereich Nebengeschäfte.Nachdem Ringier den Schweizer Bann endlich gebrochen hat, scheint es nur eine Frage von Monaten, vielleicht gar Wochen, bis die Konkurrenz auf den Nebengeschäftezug aufspringt. Nördlich des Rheins ist der Kampf um Anteile am Zusatzbusiness mit Büchern, CDs und DVDs bereits voll entbrannt: Holtzbrincks Flaggschiff Die Zeit kontert die «Cinemathek» der Süddeutschen Zeitung (siehe Seite 16) mit einer ebenfalls 50-teiligen Filmsammlung, die via amazon.de vertrieben wird. Und der Stern versucht sein Glück mit zwölf Oscar-prämierten DVDs im Alleingang.Im Gegensatz zum hiesigen verfüge der deutsche Markt halt über die nötige Grösse für lukrative Nebengeschäfte: So rechtfertigten Schweizer Verlagsmanager bis dato ihre diesbezügliche Einfalls- und Mutlosigkeit. Der Überraschungserfolg des qualitativ gewiss optimierbaren Blick-Experiments enttarnt dieses Totschlagargument als blosse Schutzbehauptung. Wo ein unternehmerischer Wille ist, ist auch ein gangbarer Weg.
Diesen geht man vorzugsweise gestützt auf valable Partner. Womit nicht nur Produktions- und Vertriebskooperationen gemeint sind. Denkbar wäre auch eine Ausdehnung bestehender Allianzen wie zum Beispiel Anzeigenpools auf kommerzielle Nebengeschäfte. Warum nicht dasselbe Gadget via Tages-Anzeiger, Basler Zeitung und Berner Zeitung vertreiben? Oder warum nicht mit einem der genannten deutschen Grossverlage zusammenspannen,
deren Buch- und Filmreihen sich in der Deutschschweiz ebenso gut vermarkten liessen?
Denn für diesen Bereich gilt: Nur die Masse machts. Woraus folgt: Je kleiner der Markt, desto teurer das Produkt. Deshalb sind die Rock-CDs des Branchenpioniers Blick mit netto 8.10 Franken eigentlich noch viel zu teuer. Dass sie dennoch weggehen wie warme Weggli, lässt das Schweizer Potenzial für hochwertigere Zeitungsbeigaben erahnen. Fragt sich nur, wer diesen Braten zuerst riecht und seiner Leserschaft ein der eigenen Marke angemessenes Menü serviert.
> Oliver Classen, Redaktor
Diesen geht man vorzugsweise gestützt auf valable Partner. Womit nicht nur Produktions- und Vertriebskooperationen gemeint sind. Denkbar wäre auch eine Ausdehnung bestehender Allianzen wie zum Beispiel Anzeigenpools auf kommerzielle Nebengeschäfte. Warum nicht dasselbe Gadget via Tages-Anzeiger, Basler Zeitung und Berner Zeitung vertreiben? Oder warum nicht mit einem der genannten deutschen Grossverlage zusammenspannen,
deren Buch- und Filmreihen sich in der Deutschschweiz ebenso gut vermarkten liessen?
Denn für diesen Bereich gilt: Nur die Masse machts. Woraus folgt: Je kleiner der Markt, desto teurer das Produkt. Deshalb sind die Rock-CDs des Branchenpioniers Blick mit netto 8.10 Franken eigentlich noch viel zu teuer. Dass sie dennoch weggehen wie warme Weggli, lässt das Schweizer Potenzial für hochwertigere Zeitungsbeigaben erahnen. Fragt sich nur, wer diesen Braten zuerst riecht und seiner Leserschaft ein der eigenen Marke angemessenes Menü serviert.
> Oliver Classen, Redaktor
