Aufgefallen: Au Backe! Wie überquere ich jetzt dieses Wasser?» Die in Segeltuch gehüllte Frau wirds uns nie verraten. Vielleicht, weil Gucci unter akuter Flatulenz leidet?
Etat-News FCBlk deckt Thermobalance ein Die Walliseller Werbeagentur FCB Leutenegger Krüll (FCBLK) ist neu für die Gesamtkommunikation der BSS Thermo-Bettwaren AG mit ihrer Marke Thermobalance verantwortlich. FCBLK wurde nach einer Agentureva
Kolumne
Von wegen schlechter Ruf Von Thomas Lüber
Woran liegts eigentlich, dass nur Werber über den schlechten Ruf der Werber schreiben? Wohl daran, dass unser Image bei allen anderen so selbstredend mies ist, dass sie ihre Zeit mit Wichtigerem verbringen. Dem Wegzappen aus Werbeblöcken, zum Beispiel.
Doch es gibt Hoffnung. Ich habe eine Bevölkerungsgruppe entdeckt, in der wir Werber mega gut ankommen. Ich meine nicht Steuerkommissäre und auch nicht Kokaindealer und schon gar nicht Journalisten, auch wenn die uns immer mal wieder als interessante, ja sogar essenzielle Persönlichkeiten porträtieren. Das hat allerdings nichts mit Wertschätzung zu tun, sondern damit, dass die Medien im Gegensatz zu ihren Konsumenten auf Werbung angewiesen sind. Nein, nirgendwo sonst hat der Werber einen so schlechten Ruf wie bei Journalisten, die sich bekanntlich nie so prostituieren würden wie ihre Texterkollegen.
Also, wer mag uns denn jetzt so richtig von Herzen? Kinder. Ich habe in intensiven Testreihen erforscht, warum dem so ist. Das Resultat: Wir sind uns ähnlich. Wie sie verbringen wir die meiste Zeit damit, irgendwelche Blätter mit dilettantischen Skizzen einer heilen Welt zu füllen. Wie ihnen kommt auch uns immer erst abends um neun in den Sinn, was wir noch alles dringend zu erledigen haben. Und wie sie verbinden auch wir uns gern mit Gleichgesinnten in Vereinigungen, denen wir allerdings schöne Ausdrücke wie Art Directors Club geben und nicht einfach Kindergarten sagen.
Wie weit die Bewunderung geht, zeigt die Geschichte von Leonie und ihrer Pausenplatzrauferei, in deren Verlauf
der unterlegene Junge drohte: «Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, hole ich meinen Nachbarn, der ist nämlich Polizist.» Worauf Leonie mit einem verächtlichen Lächeln entgegnete: «Na und? Dann hole ich meinen Nachbarn. Und der ist dann Werber, im Fall.»
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Thomas Lüber ist Geschäftsführer Kreation von Lesch+Frei Zürich.
Business Lunch
In dieser Akademie ist jeder Gast ein Professor
A ausgewachsene Karnivoren wissen: Wenn der Ostertermin näher rückt, regen sich die Gelüste nach einem duftend gebratenen Zicklein wie von selbst. Dafür gibt es in Zürich nur eine Adresse: das «Accademia-Piccoli». Isidoro Mora, der immer gleich jung aussieht und Placido Domingos Bruder sein könnte, lässt die delikaten Stücke so zubereiten, wie sichs gehört: in den Backofen damit, Olivenöl und einige Spritzer Weisswein darüber, Salz, Pfeffer. Mehr nicht. Dazu reicht er Bratkartoffeln und Gemüse. Schon der Duft, der aus der Voiture strömt…una vera meraviglia.
Natürlich reicht ein gut 500 Gramm schweres Stück Fleisch nicht zum Business Lunch. Deshalb kommt seit einigen Jahren immer die gleiche Menüfolge auf den Tisch: Als Vorspeise müssen es Spaghetti Frutti di mare sein. Die wirken wie eine frische Brise vom Mittelmeer. Olivenöl wird in der Pfanne erhitzt, dann stäubt der Koch rassig Pfeffer aufs Öl, gibt einige Tomatenstücke dazu, dünstet die Sauce leicht ein, schwenkt Muscheln und anderes Meeresgetier und eine Hand voll Spaghetti darunter. Es sind diese geradezu genial einfachen Gerichte, die so viel unnachahmlichen Spass am Essen bereiten, wenn man kompromisslos Qualität auftischt.
Zum Abschluss des Drei-Gang-Menüs muss noch eine Tourte Saint-Honoré sein. Die steil aufragenden Schokoladeblätter, die duftig-leichte Mokkacrème tapezieren die Magenwände vornehmst und beenden das Mahl. Danach, zugegeben, hats höchstens noch Platz für einen Espresso und einen Grappa.
Die Weinkarte erfreut auch Hobby-Önologen, weil Mora dafür sorgt, dass sich unter den Bouteillen manche Trouvaillen verstecken. Auf zur Entdeckung kalabrischer und anderer Weine aus dem noch immer unterbewerteten Süden Italiens! Die Preise sind nicht moderat, aber auch nicht überteuert. Wer mit Supertuscans protzen will – bitte sehr! Es war für Banausen schon immer etwas teurer, den Angeber zu mimen. Muss man hier aber nicht. Schliesslich kennt die exzellent geführte Bedienung die Wünsche einer Stammklientel oder weiss – ist Not am önologischen Wissen – bacchantische Gelüste richtig zu interpretieren.
Und wo ist nun das Haar in der Suppe? Man kann sehr wohl einwenden, die Bratkartoffeln sollten nicht in der Voiture mitschmoren, weil sie an Biss verlieren. Die gehören an die trockene Wärme.
Wars das? Das wars.
Ohne Fleiss keinen Preis. Der auf drei Gänge ausgelegte Lunch läppert sich, Wein, Mineral, Caffè con Grappa inbegriffen, auf gut und gerne 250 bis 300 Franken zusammen – für zwei. Genau so ist es: Man lebt ja nur einmal, möchte aber immer so gut unter den Tableaux von Max Gubler speisen und die Gipsdecke bewundern. Alles wird sorgsam gepflegt und gehegt. Handys, liebe Business Lunchers, mag man hier nicht klingeln hören. Der Empfang, versichert man uns maliziös lächelnd, sei sowieso schlecht. Carlo Bernasconi [email protected]
Accademia-PiccoliRotwandstrasse 48
8004 Zürich
Telefon 01 241 62 43
Parkplätze an der Bäckerstrasse sind Glückssache.
