Angie Becker zieht ins Web
Ernsthafte Anstrengungen der Onlinevermarkter für ein Gattungsmarketing
Ernsthafte Anstrengungen der Onlinevermarkter für ein GattungsmarketingVon Stefano Monachesi Nur 0,35 Prozent am Schweizer Werbekuchen schreibt Media Focus der Bannerwerbung zu. Eine bedenklich tiefe Zahl für ein Medium, das von der halben Bevölkerung genutzt wird. Die Onlinevermarkter haben die Zeichen der Zeit erkannt: Mit einer Kampagne nach deutschem Vorbild wollen sie den Werbetreibenden die massive Reichweite des Internets in Erinnerung rufen. Und das soll erst der Anfang des gemeinsamen Gattungsmarketings sein.
In Deutschland haben elf Anbieter und Vermarkter von Online-Werbeflächen die Initiative ergriffen. Sie lancierten Ende August eine Bannerkampagne, die mit Testimonials auf die star-ke Reichweite des Internets hinweist. Wer eines der Banner anklickt, wird auf die Website der Fachmesse Online-Marketing-Düsseldorf geleitet. Die Messe vom 1. und 2. Oktober bildet den Abschluss der Kampagne, die auch durch Anzeigen in der Branchenpresse gestützt wird.
Die beteiligten Vermarkter AOL, Bauer Media, Gruner+Jahr EMS, GWP Online Marketing, Interactive Media, IP Newmedia, Quality Channel, SevenOne Interactive, Tomorrow Focus, Web .de, und Yahoo! stellen rund 300 Ad-Impressions im Wert von 6 Millionen Euro zur Verfügung.
Hier zu Lande wurde Gattungsmarketing bisher nur punktuell von einzelnen Vermarktern in Eigenregie betrieben. Dabei wäre eine Organisation für Onlinewerbung schon lange vorhanden: Das Internet Advertising Bureau (IAB), das seit Juni 2001 als Arbeitsgruppe der Swiss Interactive Media and Software Association (Simsa) funktioniert.
Die deutsche Kampagne hat das IAB jetzt wachgerüttelt. Ende August besprach Martin Radelfinger, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Simsa/IAB und CEO des Vermarkters Adlink, mit René Schmutz, Direktor der AG für Werbemedienforschung (Wemf), ob auf der Datenbasis der neuen MA Net eine ähnliche Kampagne durchführbar wäre. Mit Erfolg: «Innerhalb weniger Wochen» werde eine Schweizer Version der deutschen Gattungsmarketingaktion starten, verriet Radelfinger der WerbeWoche.
Sie wird sich eng an das deutsche Vorbild anlehnen. Das IAB hat mit der Münchner Werbeagentur Q AG eine Vereinbarung getroffen, dass Konzept und Kreation aus dem Norden übernommen werden dürfen. Dazu gehört die Konzentration auf das Thema Reichweite unter dem Claim «Jeder Zweite ist online. Ihre Werbung etwa nicht?». Die Testimonials werden allerdings in der Schweiz neu fotografiert. Die Kampagne läuft unter dem Dach von Simsa und IAB in Kooperation mit der Wemf. Dahinter stehen die Onlinevermarkter und -vermittler Active Agent und Media Agent, Adlink, Publicitas Web Services und Publimedia Webadvertising.
Simsa/IAB plant noch weitere Marketingmassnahmen
Die Werbung im Internet steckt schon seit Sommer 2001 in der Krise. Warum dauerte es ein Jahr, bis die Branche sich zu einem koordinierten Gattungsmarketing durchringen konnte? Für Reto Hartinger, Marketingleiter Search .ch, ist klar: «In der Schweiz gab es bisher kein Gattungsmarketing, weil die Onlinevermarkter immer sehr zerstritten waren.» Man habe zwar miteinander diskutiert, aber nichts zu Stande gebracht. Vor dessen Integration in die Simsa war Search.ch Mitglied beim IAB. Hartinger: «Wir haben viel Beiträge dafür bezahlt, aber passiert ist absolut nichts!»
Tatsächlich hatte das IAB im August 2001 nach der Integration einen Plan mit Informationsveranstaltungen für Werbetreibende, Agenturen und Journalisten vorgestellt. Als Höhepunkt war ein Online Advertising Award geplant. Gemäss Radelfinger wurde auch über eine Kampagne diskutiert, die mit Begleitforschung die hohe Beachtung des Internets nachweisen sollte. Dieser Plan ging aber sang- und klanglos unter. «Die Konsolidierung der Branche kam dazwischen», erläutert Radelfinger die Gründe.
Mit Schliessungen, Umstrukturierungen und Fusionen war die Branche stark mit sich selbst beschäftigt. «Deshalb fiel der Entscheid im IAB, dass der Zeitpunkt ungünstig sei, und wir schoben die Massnahmen auf.»
Nun scheint die Zeit wieder reif für ein starkes Engagement. Die Reichweitenkampagne von Simsa/ IAB nach deutschem Vorbild soll dabei nur der erste Schritt sein. Unter der Schirmherrschaft der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem) wird laut Radelfinger auch die Idee einer «Onlineversion von Angie Becker» wieder aufgenommen, um die Werbewirksamkeit des Web zu demonstrieren. Selbst der Online Advertising Award ist wieder in der Pipeline.
Damit dürften die eidgenössischen Webvermarkter das deutsche Vorbild schon bald überrundet haben. Laut Pressesprecherin Nadia Elias ist es das erste Mal, dass sich «die erste Liga der deutschen Onlinevermarkter zu einer gross angelegten Kampagne zusammengefunden hat». Eine Branchenorganisation gab es bisher nicht. Das soll sich ändern: «Wir sind gerade dabei, uns zu formieren», so Elias mit einem Lächeln, «geben Sie uns noch etwas Zeit!»
In Deutschland haben elf Anbieter und Vermarkter von Online-Werbeflächen die Initiative ergriffen. Sie lancierten Ende August eine Bannerkampagne, die mit Testimonials auf die star-ke Reichweite des Internets hinweist. Wer eines der Banner anklickt, wird auf die Website der Fachmesse Online-Marketing-Düsseldorf geleitet. Die Messe vom 1. und 2. Oktober bildet den Abschluss der Kampagne, die auch durch Anzeigen in der Branchenpresse gestützt wird.
Die beteiligten Vermarkter AOL, Bauer Media, Gruner+Jahr EMS, GWP Online Marketing, Interactive Media, IP Newmedia, Quality Channel, SevenOne Interactive, Tomorrow Focus, Web .de, und Yahoo! stellen rund 300 Ad-Impressions im Wert von 6 Millionen Euro zur Verfügung.
Hier zu Lande wurde Gattungsmarketing bisher nur punktuell von einzelnen Vermarktern in Eigenregie betrieben. Dabei wäre eine Organisation für Onlinewerbung schon lange vorhanden: Das Internet Advertising Bureau (IAB), das seit Juni 2001 als Arbeitsgruppe der Swiss Interactive Media and Software Association (Simsa) funktioniert.
Die deutsche Kampagne hat das IAB jetzt wachgerüttelt. Ende August besprach Martin Radelfinger, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Simsa/IAB und CEO des Vermarkters Adlink, mit René Schmutz, Direktor der AG für Werbemedienforschung (Wemf), ob auf der Datenbasis der neuen MA Net eine ähnliche Kampagne durchführbar wäre. Mit Erfolg: «Innerhalb weniger Wochen» werde eine Schweizer Version der deutschen Gattungsmarketingaktion starten, verriet Radelfinger der WerbeWoche.
Sie wird sich eng an das deutsche Vorbild anlehnen. Das IAB hat mit der Münchner Werbeagentur Q AG eine Vereinbarung getroffen, dass Konzept und Kreation aus dem Norden übernommen werden dürfen. Dazu gehört die Konzentration auf das Thema Reichweite unter dem Claim «Jeder Zweite ist online. Ihre Werbung etwa nicht?». Die Testimonials werden allerdings in der Schweiz neu fotografiert. Die Kampagne läuft unter dem Dach von Simsa und IAB in Kooperation mit der Wemf. Dahinter stehen die Onlinevermarkter und -vermittler Active Agent und Media Agent, Adlink, Publicitas Web Services und Publimedia Webadvertising.
Simsa/IAB plant noch weitere Marketingmassnahmen
Die Werbung im Internet steckt schon seit Sommer 2001 in der Krise. Warum dauerte es ein Jahr, bis die Branche sich zu einem koordinierten Gattungsmarketing durchringen konnte? Für Reto Hartinger, Marketingleiter Search .ch, ist klar: «In der Schweiz gab es bisher kein Gattungsmarketing, weil die Onlinevermarkter immer sehr zerstritten waren.» Man habe zwar miteinander diskutiert, aber nichts zu Stande gebracht. Vor dessen Integration in die Simsa war Search.ch Mitglied beim IAB. Hartinger: «Wir haben viel Beiträge dafür bezahlt, aber passiert ist absolut nichts!»
Tatsächlich hatte das IAB im August 2001 nach der Integration einen Plan mit Informationsveranstaltungen für Werbetreibende, Agenturen und Journalisten vorgestellt. Als Höhepunkt war ein Online Advertising Award geplant. Gemäss Radelfinger wurde auch über eine Kampagne diskutiert, die mit Begleitforschung die hohe Beachtung des Internets nachweisen sollte. Dieser Plan ging aber sang- und klanglos unter. «Die Konsolidierung der Branche kam dazwischen», erläutert Radelfinger die Gründe.
Mit Schliessungen, Umstrukturierungen und Fusionen war die Branche stark mit sich selbst beschäftigt. «Deshalb fiel der Entscheid im IAB, dass der Zeitpunkt ungünstig sei, und wir schoben die Massnahmen auf.»
Nun scheint die Zeit wieder reif für ein starkes Engagement. Die Reichweitenkampagne von Simsa/ IAB nach deutschem Vorbild soll dabei nur der erste Schritt sein. Unter der Schirmherrschaft der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem) wird laut Radelfinger auch die Idee einer «Onlineversion von Angie Becker» wieder aufgenommen, um die Werbewirksamkeit des Web zu demonstrieren. Selbst der Online Advertising Award ist wieder in der Pipeline.
Damit dürften die eidgenössischen Webvermarkter das deutsche Vorbild schon bald überrundet haben. Laut Pressesprecherin Nadia Elias ist es das erste Mal, dass sich «die erste Liga der deutschen Onlinevermarkter zu einer gross angelegten Kampagne zusammengefunden hat». Eine Branchenorganisation gab es bisher nicht. Das soll sich ändern: «Wir sind gerade dabei, uns zu formieren», so Elias mit einem Lächeln, «geben Sie uns noch etwas Zeit!»
