Zu guter Letzt: Window Shopping 2.0

In Japan erkennt ein Schaufenster, welche Sprache die Betrachterin spricht – und verkauft ihr daraufhin Kosmetik.

Offenbar kaufen sehr viele Japan-Besucherinnen als Mitbringsel Kosmetik. Und noch mehr würden gerne, können aber nicht, weil sie weder verstehen, noch verstanden werden. Grund: Nur drei Prozent (!) der japanischen Bevölkerung spricht eine Fremdsprache. Also hat Dentsu Tokyo für die japanische Make-Up-Marke Ainz & Tulpe den Sprachbarrieren den Kampf angesagt und ein Schaufenster entwickelt, das ohne grosse Worte auskommt. Acht Frauen – geschminkt in angesagten japanischen Stilen – verfolgen von 16 Screens aus Passantinnen mit ihren Blicken. Die angehende Kundin «berührt» das Model, dessen Make-Up ihr gefällt, über den integrierten Touchscreen. Und jetzt kommt’s: Die Kamera erkennt nicht nur, dass eine potentielle Kundin vor dem Schaufenster steht, sondern auch, welche Sprache – Englisch, Chinesisch, Spanisch, Russisch oder Japanisch – sie spricht. Und geht so sicher, dass sie den in der Folge gedruckten Rabatt-Gutschein für das entsprechende Make-Up versteht.

Eine faszinierende Idee – und vermutlich eine technologisch ebenso faszinierende Umsetzung. Und glaubt man dem Casemovie, scheint die Kampagne funktioniert und eingeschlagen zu haben. Was man allerdings davon hält, dass wieder Gesichter vermessen werden, um daraus Rückschlüsse auf Herkunft und Ethnie zu ziehen, ist eine andere Frage. (hae)

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