Zu guter Letzt: Wertvolle Tipps von der Leserschaft

Die Umwälzungen auf dem Media- und Mediensektor haben die seltsamsten Folgen. Die Veränderungen der Medienkonsumgewohnheiten stellen viele so genannte «Medienexperten» vor riesige Rätsel. Wieso also nicht die Konsumentinnen und Konsumenten um Rat fragen?

Die Umwälzungen auf dem Media- und Mediensektor haben die seltsamsten Folgen. Die Veränderungen der Medienkonsumgewohnheiten stellen viele so genannte «Medienexperten» vor riesige Rätsel. Wie sollen Zeitungen dem Leserschwund begegnen? Wie werden Websites zu gewinnbringenden Portalen? Verträgt der Markt noch eine siebenhunderte Gratiszeitung oder sollte man doch auf Qualität setzen? – Alles Fragen, die viele gut verdienende Medienmanager um ihren Schlaf bringen. In der Not fragt man diejenigen, die’s ja eigentlich wissen müssten: Die Konsumentinnen und Konsumenten, Käuferinnen und Käufer, sprich die Zuschauer- und Leserschaft. Nicht nur der Sonntagsblick, auch die deutsche Bild-Zeitung verfügt über einen Leserbeirat, der der Redaktion aus ihrer Ratlosigkeit helfen soll. Wie die Zeitung mit den riesigen Schlagzeilen am Mittwoch vermeldet, haben die 32 Mitglieder des Beirates jüngst während zwei Tagen die Redaktion besucht und Vorschläge ausgearbeitet. Dabei formulierte die bunt gemischten Laien einige grossartige Empfehlungen: Man solle doch bitte «lokal mehr über regionale Promis und Partys» berichten, «dem Thema Bildung mehr Raum widmen und Wissensthemen stärken», «allen Jugendlichen Orientierung für Schule und das spätere Berufsleben bieten» oder «es wagen, sich auch altmodischer Themen wie Benehmen, Höflichkeit und Respekt anzunehmen». Mal sehen, was Bild-Chefredakteur und Boulevardzeitungsmacher Kai Diekmann mit solchen Tipps anzufangen weiss.

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