Zu guter Letzt: Warten auf den Böögg

Das diesjährige Zürcher Sechseläuten war spannend. Für die anwesenden Journalisten geriet die Böögg-Verbrennung zum absoluten Nervenkitzel. Der Weltwoche bot sich dafür die Gelegenheit, einmal mehr knallhart den wahren Sachverhalt aufzudecken.

 Das diesjährige Zürcher Sechseläuten war spannend: 26 Minuten und eine Sekunde dauerte es, bis der Böögg endgültig den Kopf verlor. Das waren nicht nur für die Walker Werbeagentur nervenkitzelnde Minuten, weil sie auf den Startschuss zu ihrer Bratwurst-Aktion wartete. Auch für die anwesenden Journalisten war die Angelegenheit fordernd. Bis der Böögg zu explodieren geruhte, musste schliesslich auch was geboten werden. Bei Tele Züri gab sich ein Gast nach dem anderen auf dem Podium die Ehre. Darunter Weltwoche-Boss Roger Köppel, der erst mal feststellte, dass das verregnete Volksfest kaum im Zeichen der Klimaerwärmung stand. Dafür lobte er Zürichs schöne Frauen, die ihm anscheinend trotz Hudelwetter einen heissen Nachmittag bereiteten. Als der Böögg dann endlich die ersten Kracher von sich gab, wurde Köppel ziemlich schnell aus dem Bild gedrängt. Aber der lodernde Böögg machte es den Fernsehleuten nicht leicht: War der Höhepunkt denn nun schon vorbei, fragte man sich, als nur noch ein brennender Stab übrig war. Ein kurzer Blick zum Staatsfernsehen – das mass auch immer noch die Zeit, also weiter im Text. Schliesslich um 18.26 Uhr: die erlösende letzte Explosion am Böögg-Kopf. Dazu Köppels Kommentar: «Und wer hat die ganze Zeit gesagt, da stecke noch ein Kracher drin?». Sie ahnen es: Die Weltwoche (nämlich der Chef höchstpersönlich) hatte wieder einmal richtig recherchiert.

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