Zu guter Letzt: Verhängnisvolle Erleichterung
Im eigenen Garten darf man eigentlich tun und lassen, was man will. Schliesslich ist man ja dort ganz für sich. Dies hatte sich wohl auch der Franzose gedacht, der im Garten einem dringenden Bedürfnis nachgegangen ist. Falsch gedacht.
Denn dummerweise fuhr genau in dem Moment, als er in seinen Garten pinkelte, ein Google Street View-Fahrzeug vorbei – die auf dem Dach montierte, rotierende Kamera selbstverständlich eingeschaltet. Google veröffentlichte die Bilder, der arme Mann wurde dadurch zum «Gespött des Dorfs». Und genau deswegen verlangte er eine Entschädigung von 10‘000 Euro. Doch ein Gericht in Westfrankreich hat die Klage abgewiesen – die Beschwerde sei nicht zulässig, weil sie gegen die französische Filiale von Google gerichtet gewesen sei und nicht gegen das US-Mutterhaus… Und als wäre der Gute nicht schon genug damit bestraft, dass ihm das ganze Dorf beim pinkeln zuschauen konnte, muss er nun auch noch die Anwaltskosten von Google France in Höhe von 1‘2000 Euro zahlen.
Wenigstens war das Foto nach der Anhörung aus dem Internet entfernt worden – nur ein kleiner Trost, aber immerhin. Doch auch wenn das Bild weg vom Netz ist – aus den Köpfen der Dorfbewohner wird es wohl so schnell nicht mehr verschwinden.
(Quelle: Welt.de, Bild: Keystone)
