Zu guter Letzt: Vemod
Chinesische Besitzer hin oder her: Volvo zeigt im längsten TV-Spot der Geschichte des Landes, dass die Marke schwedischer ist denn je.
Die «Volvo Car Corporation» wurde 1999 an Ford verkauft. Ford wiederum verkaufte die Personenwagen-Produktion von Volvo 2010 an den chinesischen Automobilhersteller Geely. Keine einfache Entwicklung für eine Marke, die wie Ikea, Abba und Björn Borg seit jeher zu den wichtigsten Wahrzeichen des skandinavischen Landes zählt. Trotzdem: Volvo bleibt Schweden. Volvo ist Schweden. Das wird den Bewohnern momentan durch eine umfassende Kampagne namens «Made by Sweden» ins Bewusstsein gerufen.
Der neuste Teil: Ein TV-Spot, der sage und schreibe vier Minuten dauert – und am vergangenen Wochenende im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Der längste Werbespot in der schwedischen TV-Geschichte. Und vermutlich auch einer der längsten im regulären Fernsehen unter regulären Bedingungen gesendeten überhaupt.
Die Agentur Forsman & Bodenfors mit Director Gustav Johansson und seiner Produktionsfirma New Land wollen beim Publikum ein Gefühl namens «Vemod» hervorrufen. Beim schwedischen Publikum, versteht sich. Denn für Vemod gibt es – wie für unzählige schwedische Wörter – keine exakte Übersetzung in andere Sprachen. Google-Translate macht es sich mit «Traurigkeit» etwas zu einfach. Vielmehr geht es um ein Gefühl der Melancholie, welches die Schweden scheinbar durch die trüben, aber schönen Wintermonate zu Jahresbeginn begleitet – und das sie zu besonderer Kreativität inspiriert. Sei des in der Kunst, in der Musik – oder eben im Autobau.


Herausgekommen ist ein Spot, der die düstere Schönheit Schwedens im Januar zeigt – unterlegt von der Musik der Singer-Songwriterin Amanda Bergman. Ein Spot, der explizit die Schweden ansprechen soll – wir schauen trotzdem gerne zu. (hae)
