Zu guter Letzt: Think global, insult local
Spätestens seit der wüsten Klopferei am Morgarten und dem Blattschuss in der Hohlen Gasse wissen wir, dass es in der Innerschweiz immer mal zu einer Attacke aus dem Hinterhalt kommen kann. Der jüngste Angriff spielte sich in Google Earth ab.
Spätestens seit der wüsten Klopferei am Morgarten und dem Blattschuss in der Hohlen Gasse wissen wir, dass es in der Innerschweiz immer mal zu einer Attacke aus dem Hinterhalt kommen kann. Doch die Zeiten ändern sich, Hellebarde und Armbrust sind nicht mehr en vogue, und so hat ein Unbekannter aus der 3’300-Seelen-Gemeinde Schötz im Luzerner Hinterland seinen Angriff aufs Internet verlegt. In Google Earth hat der offenbar leicht frustrierte Zeitgenosse beinahe alle Häuser des Dorfes mit Bildern und eigenen Kommentaren versehen. Zu sehen war ein «verwuchertes» und wegen Erbstreit «verlottertes» Haus, ein «Scheidungshaus», ein «Jugohaus» und eines, das von einer «dunkelhäutigen Familie» bewohnt wird. Die Bilder sind mittlerweile beanstandet und von Google gelöscht worden, auch wurde ein Vorprüfungsverfahren durch die Kantonspolizei eingeleitet. Für die Gemeindepräsidentin Iseli-Buob ist die Aktion eine «absolute Frechheit», erwartet werden Strafanzeigen von Gemeinde und Einzelpersonen. Nützen wird’s wenig.
