Zu guter Letzt: SP und SVP vereint im Werbepech

Die SVP und die SP haben – so unterschiedlich sie politisch auch ausgerichtet sind – neuerdings etwas gemeinsam: Beide haben sich in ein Werbefettnäpfchen gesetzt. Im einen Fall geht es um Gestein, im anderen um Getier.

Die SVP und die SP haben – so unterschiedlich sie politisch auch ausgerichtet sind – neuerdings etwas gemeinsam: Beide haben sich in ein Werbefettnäpfchen gesetzt. Die SP wirbt im Wahljahr 2007 mit der Silhouette des Matterhorns in ihrem Logo. In Zermatt ist das nicht auf Begeisterung gestossen. Zermatt sei gegen eine Verpolisisierung des Matterhorns, sagte der Zermatter Tourismusdirektor Roland Imboden am Donnerstag gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens (SF). Man habe die Partei deshalb in einem Brief aufgefordert, von dieser Darstellung wieder Abstand zu nehmen. SP-Parteipräsident Hans-Jürg Fehr hingegen will weiter mit dem Matterhorn werben. Das Matterhorn stehe nicht in Privatbesitz und sei nicht patentiert, sondern ein Symbol für den Gipfel. Genau dort wolle die Partei hin, sagte Fehr gegenüber SF. Den Gipfel der Wählerstimmen will bestimmt auch die SVP erreichen. Sie setzt aber werbetechnisch nicht auf Gestein, sondern auf Getier. Zum Maskottchen des laufenden Wahljahres ernannte die Volkspartei den Geissbock «Zottel» und stellte ihn im letzten Oktober an einer Veranstaltung vor. Die Stiftung für das Tier im Recht hat die Partei nun deswegen angezeigt und bemängelt, dass ihr für die Auftritte des Tiers die nötige Bewilligung fehlt. Antoine F. Goetschel, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Stiftung für das Tier im Recht, bestätigte auf Anfrage der SDA einen entsprechenden Bericht der NZZ am Sonntag.
Goetschel sagte, dass die Auftritte des Geissbocks kaum eine Tierquälerei darstellten. Möglicherweise werde aber die Würde des Tieres verletzt. Dies abzuklären sei Sache des kantonalen Veterinäramtes, wenn es entsprechenden Bewilligungen bearbeite. Mit ihrer Anzeige hege die Stiftung für das Tier im Recht keine politischen Absichten.
«Der eine oder andere bei uns hätte eigentlich wissen müssen, dass es eine Bewilligung braucht – aber wir haben schlicht nicht dran gedacht», meinte SVP-Pressesprecher Roman Jäggi gegenüber der NZZ am Sonntag. Auf ihrer Homepage bezeichnete die SVP die Anzeige als völlig absurd. Es gehe dem Tierschutz darum, Politik gegen sie zu betreiben. Über eine Webcam könne sich schliesslich die ganze Schweiz davon überzeugen, wie gut es
«Zottel» habe. Wie gemein: Da denken sich die Parteien so originelle und einzigartige Werbemassnahmen aus und kriegen dafür von missgünstigen Menschen nur Haue oder werden gar vor den Kadi gezerrt. Den armen, gebeutelten Werbeleitern von SP und SVP kann man wohl nur noch ein interparteiliches Treffen zwecks Austauschs von Anti-Bashing-Tipps empfehlen.

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