Zu guter Letzt: Sind Casting-Juroren Identifikationsfiguren?

Wie langweilig: Bohlen, Soost und Kilchsperger sorgen einmal mehr für Gesprächstoff. Wo sind bloss die Fernsehmacher geblieben, die es nicht nötig haben, sich nach der Show selbst in den Medien zu bestaunen?

Wie langweilig: Bohlen, Soost und Kilchsperger sorgen einmal mehr für Gesprächstoff. So wird die neue DSDS-Staffel wegen der ausfallenden Kommentare von Musikproduzent Dieter Bohlen auf Verstösse gegen Jugendschutz geprüft, Kilchsperger wird von seinem Auftraggeber SF für seine unglaublich schlechten Witze, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Gürtellinie zielen, getadelt und Soost macht die Strassenopfer-Vereinigung Roadcross rasend, wenn er Muhammed mit den Worten «Du bist als Einziger mit 250 über die Autobahn gefahren – das war geil, Mumi» lobte.  
Die Kommission für Jugendmedienschutz KJM leitete wegen «Beleidigungen und Blossstellungen der Kandidaten sowie unterstem Sprachniveau» der Kommentare von Bohlen ein Prüfverfahren ein, wie die Kommission mitteilte. «Antisoziales Verhalten wird hier von einer Identifikationsfigur wie Bohlen als cool und erfolgsversprechend dargestellt», erklärte ein KJM-Vorsitzender.
 
Identifikationsfigur? Wer will sich schon freiwillig mit Bohlen identifizieren, mit Soost oder gar mit Kilchsperger? Niemand. Vielmehr haben diese Quoten-Männer im Grunde die gleiche Funktion wie die Leute, die in einer Talkshow ihr angeblich tristes Privatleben der Öffentlichkeit preis geben. Genüsslich und mit Schadenfreude kann der Zuschauer verfolgen, wie diese Juroren sich selbst zum Affen machen. Wo sind bloss die wirklich guten Fernsehmacher geblieben, mit denen man sich gerne identifizieren würde? Wo sind die Leute, die es nicht nötig haben, vor laufender Kamera die Hosen runter zu lassen, damit sie sich am nächsten Tag selbst in den Medien bestaunen können?

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