Zu guter Letzt: Parkassistentin mit Ausschnitt
Seitwärts parkieren macht selten Spass. Es sei denn, man werde von einem interaktiven Plakat charmant eingewiesen.
Zwei Dinge fallen in letzter Zeit auf. Erstens: Autohersteller rücken immer öfter ihre elektronischen Helferlein in den Fokus der Werbebemühungen, statt wie gewohnt Fahrleistung, Verbrauch, Komfort oder Design anzupreisen. Die Assistenzsysteme mögen praktisch sein, werden aber von der Generation, die noch ohne technische Hilfe Autofahren lernte, gerne belächelt. Gute Werbung hilft aber vielleicht, Akzeptanz und Sympathie für Dinge zu schaffen, die man bisher weder kannte, noch brauchte. Fast wie bei Apple.
Zweitens: Interaktive (Video-) Billboards machen Spass. Und verblüffen immer wieder. Das Potential dieser Werbeform scheint nach oben offen und alles andere als ausgereizt. Der einzige Nachteil: Die Entwicklung komplexer Exemplare ist aufwendig und teuer. Dafür die Aufmerksamkeit umso grösser. Plakate, die mit der Umwelt interagieren, kennen wir bisher ja vor allem aus dem Ausland, Beispiele wurden an dieser Stelle bereits mehrmals gezeigt. Haare, die flattern, wenn eine U-Bahn vorbeifährt oder ein Hund, der auf Passanten eingeht, die zuvor den Tierheim-Flyer entgegengenommen haben.
Wirft man die zwei Punkte in den Mixer, resultiert eine aktuelle Kampagne aus Deutschland. Von Leo Burnett, für Fiat, mit interaktiver Werbefläche. Verschiedene menschliche Parkassistenten – vom Playboy-Bunny bis zum Kind – zeigen dem parkenden Auto in Echtzeit die Distanz zum Hintermann. Dabei stimmt der Abstand der Hände genau mit dem Abstand der Autos überein. Dazu wurden laut Horizont an dem Video-Billboard und an dem hinteren Fahrzeug Ultraschallsensoren angebracht, welche die von Viktor Kislovskij, Creative Technologist bei Leo Burnett, entwickelte Software mit Daten versorgten.




Schön auch, wie beim Casemovie ausschliesslich auf ältere Modelle der Konkurrenz zurückgegriffen wurde. Und sollte die Elektronik eines Tages ausfallen, steht der moderne Autofahrer vor einer unlösbaren Aufgabe – denn verlernt ist verlernt. Ganz egal, welche Marke. (hae)
