Zu guter Letzt: Nachfrage unerwünscht

Wie man lästige Reporterfragen gekonnt ignoriert, demonstrierte ein UPC-Cablecom-Sprecher am Freitag in der Sendung «10 vor 10». Wi-Free steht nun nichts mehr im Weg.

UPC Cablecom macht ernst und führt wie im Frühjahr angekündigt «Wi-Free» ein – flächendeckendes Gratis-Internet für die eigene Kundschaft. Das funktioniert nur, wenn die Kunden ihre privaten WLAN-Router zur Verfügung stellen. Diese senden dann nicht nur privates Signal, sondern neu auch ein Öffentliches.

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Dass damit nicht alle einverstanden sein dürften, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Strahlt der Router stärker, wenn er neu auch noch ein Signal für fremde Passanten bereitstellen muss? Verbraucht er dabei mehr Strom? Wird das eigene Netz durch das öffentliche Signal angreifbarer? Geht das Ganze auf Kosten der eigenen Bandbreite? Ist das langsame Wi-Free (Download: 5Mbit/Sekunde) nötig, wenn das schnelle 4G-Netz zu Zeiten von Flatrates und günstigen Datenpaketen ohnehin ein ausreichendes mobiles Internet bietet?

Fragen, die sich Kunden stellen könnten, bevor sie sich am «Projekt» beteiligen. Schlauerweise nimmt UPC Cablecom ihnen die schwierige Entscheidung ab und schaltet Wi-Free automatisch auf. Will ein Kunde nicht mitmachen, muss er aktiv werden und sich abmelden. Sofern er davon erfährt und die Broschüre genau genug liest. Was der Kunde nicht weiss, macht ihn nicht heiss. «Lästige Fragen präventiv verhindert – check!»

Apropos lästige Fragen: Die hatte letzte Woche auch die Sendung «10 vor 10». Eigentlich waren die Fragen gar nicht so blöd und hätten durchaus ebenbürtige Antworten verdient. Aber SRF hat die Rechnung ohne Mediensprecher Maurer gemacht und biss sich an dessen Hartnäckigkeit prompt die Zähne aus.

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So kritisiert im Beitrag zum Beispiel Konsumentenschützerin Sara Stalder die automatische Aufschaltung von Wi-Free. Besser fände sie, wenn sich der Kunde an- statt abmelden müsste. Was sagt Maurer zu diesem nachvollziehbaren Einwand? «Für unsere Kunden ändert sich nichts. Die Praxis hat sich bewährt. Die Kunden wollen das so haben. Das heisst, sie wollen Wi-Free und damit bieten wir das grösste WLAN-Netz der Schweiz an.» Nachfrage SRF: «Aber dennoch, wenn man es nicht genau durchliest, ist man einfach dabei?». Maurer bleibt hart: «Wie bereits gesagt, für unsere Kunden ändert sich nichts, die Praxis hat sich bewährt, unsere Kunden wollen das so und sie wollen Wi-Free.» Aha.

Ein Internet-Sicherheitsexperte äussert Bedenken, da Daten abgehört werden könnten. Nachfrage bei Herrn Maurer. Was wurde konkret unternommen, um die Sicherheit zu garantieren? «Wie bereits gesagt, für unsere Kunden ändert sich nichts, Wi-Fi ist sicher, genau so sicher wie Wi-Free». Aha. Dann hätten wir das ja auch geklärt. Und nun, liebe UPC-Cablecom-Kunden: Viel Spass mit Ihrem flächendeckenden WLAN. Sie wollten es ja genau so haben, schinz.

Thomas Häusermann / Bilder: Screenshots «10 vor 10», 12. September 2014
 

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