Zu guter Letzt: Medien heute so grausam wie vor 2‘000 Jahren

Wie grausam Medien Gewaltszenen darstellen und wie man darüber diskutiert hat sich seit dem Altertum nicht verändert. Zu diesem Schluss kommt der Historiker Martin Zimmermann von der Universität München in einem kürzlich erschienenen Sammelband.

Wie grausam Medien Gewaltszenen darstellen und wie man darüber diskutiert hat sich seit dem Altertum nicht verändert. Zu diesem Schluss kommt der Historiker Martin Zimmermann von der Universität München in einem kürzlich erschienenen Sammelband. Die Diskussionen, ob man extreme Formen der Gewalt wie etwa die Folter bei Hinrichtungsopfern thematisieren soll oder nicht, ziehe sich durch die gesamte Geschichte des Abendlandes, so der Autor gegenüber Pressetext. So wie man bereits in Griechenland oder Rom darüber diskutierte, sei die Frage auch heute noch aktuell und werde in Zukunft immer bestehen bleiben. Generell sei gegenüber der Darstellung extremer Gewalt Skepsis angebracht, da dabei in erster Linie Emotionen angesprochen statt Informationen vermittelt würden. Was im Lauf der Geschichte oft als politisches Mittel verwendet wurde.
Heute sei extreme Gewalt in den Medien genauso präsent wie früher, lautet die These des Münchner Historikers. So erfolge jedoch die Darstellung von Kriegshandlungen kontrollierter und mechanischer als früher. Dies sei auf einen Funktionswandel der Medien zurückzuführen. Im Gegensatz zum Sieg im Blutrausch stehe heute die legitime Selbstverteidigung im Vordergrund der Darstellung. Die heutige Vorstellung des gerechten Krieges sieht der Historiker als konstitutiv in vielen Staaten im 20. und 21. Jahrhundert. Auch wenn dies kaum der Wirklichkeit entspreche.
Leseprobe des Buches «Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums» unter www.utzverlag.de

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