Zu guter Letzt: Kleiner Schreibfehler mit grosser Werbewirkung
Die Boulevardzeitung Blick spottete am Samstag im Sportteil darüber, dass eine Westschweizer Zahnarztklinik für Werbezwecke zu einem Trick, nicht aber zum Duden gegriffen habe.
Die Boulevardzeitung Blick spottete am Samstag im Sportteil darüber, dass eine Westschweizer Zahnarztklinik für Werbezwecke zu einem Trick, nicht aber zum Duden gegriffen habe. Auf den Trikots des FC Sions prangt ein Aufdruck, der den Schriftzug der Zahnklinik S-Dent mit den Worten «censuré» und «zenzuriert» teilweise unkenntlich macht. Hintergrund dafür ist, dass im Wallis Werbung für medizinische Dienste verboten ist. Deshalb kamen die Clubchefs auf die Idee mit dem zensurierten Auftritt. Der Blick folgerte aus der eigenwilligen Schreibweise allerdings, dass die Walliser besser kicken als schreiben können.
Nun verkündet die Firma S-Dent in einem Communiqué, die «zensurierte» Werbung sei – inklusive Schreibfehler – volle Absicht gewesen. Man habe das gleiche Vorgehen schon als Ausrüster des HC Siders gewählt, aber keinen Buchstaben an medialer Resonanz eingefahren. Deshalb habe S-Dent einen «Spezialisten der ‚Blickologie’, Nationalrat Oskar Freysinger» um Hilfe gebeten. Dieser empfahl zwecks Interessesteigerung, einen Schreibfehler in die Werbung hineinzuzaubern. Ihre Absicht sieht die welsche Firma erfüllt und schreibt: «Eine gelungene Manipulation wirkt sich halt beim Blick viel besser aus als die spröden Fakten.» Der Werbeauftritt kostet die Zahnklinik übrigens laut Blick rund 60’000 Franken für die erste Uefa-Cup-Runde. Wenn Sion die Gruppenspiele erreicht, werden nochmals 100’000 Franken fällig.
