Zu guter Letzt: Hundeelend
Einem Hundefleisch-Festival im Süden Chinas soll es an den Kragen gehen. Mit prominenter Hilfe und einer Kampagne, die auf schockierende Bilder verzichtet.
Und schockierende Bilder gäbe es wahrlich wie Sand am Meer. Wer es nicht glaubt, darf getrost «Yulin Festival» bildergoogeln und sich einen Überblick verschaffen. Das darf übrigens auch die «Wir essen ja auch Tiere»-Fraktion. Oder die «Ich hab auch schon Hund probiert, schmeckt wie eine Mischung aus Hase und Huhn»-Fraktion.

Ricky Gervais ist jemand, der die jährlich 10'000 Hunde – viele davon entführt, mit Halsband – nicht länger ihrem perversen Schicksal überlassen will. Den Briten kennt man aus den genialen, preisgekrönten BBC-Serien «The Office» und «Extras» – als Hauptdarsteller und Drehbuchschreiber. Gervais ist – je nach Humor – unendlich lustig und kümmert sich nun um weniger lustigere Dinge. Das tat er übrigens bereits mit Engagements gegen Pelz, Hundefleisch in Thailand und Stierkämpfe. Nun unterstützt er eine neu lancierte Petition (und Spendensammlung) der Organisation Humane Society International (HSI). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die chinesischen Behörden zum Beenden des «Hunde-Festival» in Guangxi, einem autonomen Gebiet im Süden der Volksrepublik, zu bewegen. Übrigens: Die Mehrheit der chinesischen Bevölkerung lehnt das Yulin Festival ab.
Unterstützt wird die Petition nun auch von der Werbung. Die kanadische Agentur Grassriots hat für HSI einen Spot produziert, der ohne Schockbilder auskommt und trotzdem schockiert. Und er gibt dem durch Patti Page 1953 bekannt gewordene Lied «The Doggie in the Window» einen unerwartet bitteren Nachgeschmack. (hae)
