Zu guter Letzt: Hostel oder Bordell?
Woran denken Sie als erstes, wenn sie ein Plakatsujet sehen, das den Unterleib einer Frau im Tanga zeigt? Auf der Höhe des Schambereichs ist der Spruch «24 h open» zu lesen, am Bildrand verspricht das Plakat noch «sexy Preise»… Natürlich, ein Bordell. Vermutlich hat sich das auch die Agentur gedacht, die das Plakat entworfen hat.
Denkbar, dass da beim Briefing etwas schief gegangen ist. Wie sollte man sich solch ein Sujet sonst erklären? Die Unternehmenskette A&O-Hostel erteilt den Auftrag für eine Anzeige. Jedenfalls muss zur Sprache gekommen sein, das Sujet solle sexy sein. Aber was tut das Unternehmen noch gleich? Hostel, Bordell, das tönt doch alles etwa gleich. Also konzentriert sich die Agentur auf den Aspekt «sexy». Das Motiv ist schnell gefunden, dann noch ein billiger Spruch obendrauf, et voilà, minimaler Aufwand bei maximaler Aufmerksamkeit. Eben, sex sells. Auftrag erfüllt, die Aufmerksamkeit ist der Hostelkette gewiss. Fragt sich nur, welche Auswirkungen das Plakat auf deren Image hat. Nicht nur, dass die Anzahl der Beschwerden gegen das Sujet in Deutschland massiv ist, vermutlich fragen sich auch die Hotelangestellten, wo sie denn genau arbeiten, wenn sie Gästen erklären müssen, dass sie auf dem Zimmer kein halbnacktes Mädchen erwartet…

