Zu guter Letzt: Früher war nicht alles besser

Damals, als es noch kein Facebook und Co. gab, da war alles besser: Im Büro wurde noch gearbeitet, und keiner kam auf die Idee, während der Arbeitszeit der Welt zu berichten, dass er gerade @work, müde oder voller Vorfreude auf das Date am Abend sei. War damals wirklich alles besser?

Nein, sagt Gary M. Gansle, Partner bei Dorsey & Whitney. Social Networks haben die Arbeitsleistungen von Mitarbeitern nicht wesentlich verändert, so der Berater und Autor. Angestellte, die heute ihre Zeit in sozialen Netzwerken vertrödeln, haben sich früher eben am Wasserspender oder bei der Kaffeemaschine verplaudert. Damals wie heute komme es nur auf eine ausgewogene Reglementierung und umsichtige Kontrolle der Chefetage an. Wenngleich es sicherlich einiger Anpassungen bedürfe, wie der Arbeitsplatz heute organisiert werden sollte, seien diese im Kontext nicht derart revolutionär wie einige Schwarzmaler glauben machen wollen. Anstatt Social Networking am Arbeitsplatz komplett zu verbieten, empfiehlt Gansle klare Regeln in den Unternehmen, nach denen die Plattformen genutzt werden sollen. So sei es etwa denkbar, dass Mitarbeitern vorgegeben werde, während der Arbeitszeit nur zu arbeitsbezogenen Themen zu bloggen und zu twittern. Klargestellt werden müsse auch, dass vertrauliche Interna nicht via Social Networks ausgeplaudert werden dürfen. Das Verbreiten von Falschinformationen über das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kunden müsse ebenfalls untersagt werden. Leuchtet ein. Ebenfalls einleuchtend erscheinen die Worte von Social-Media-Experte David Nelles zum Thema Internetsperren: Mitarbeiter mittels Firewall von Social Networks auszusperren, sei keine Lösung. «Allein vor dem Hintergrund der Entwicklung des mobilen Internets werden Internetsperren keine Zukunft haben», sagt er gegenüber Pressetext. Richtig eingesetzt könnten Mitarbeiter heute als wahre Markenbotschafter in den Online-Netzwerken fungieren.

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