Zu guter Letzt: FC Muhen goes Panini

Um die Vereinskasse aufzubessern, hat der FC Muhen ein eigenes Sammelalbum herausgegeben. Die Idee ist nicht neu, aber immer wieder gut.

55‘000 Franken fehlt dem FC Muhen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ein grosses Loch für einen kleinen Verein. Um die nötigen Mittel aufzubringen, hat der Amateur-Klub am vergangenen Samstag die Lancierung des eigenen Sammelalbums gefeiert. 289 Bilder gilt es zu sammeln, vertreten sind nebst den Spielern der gesamten Junioren-, Damen- und Herren-Teams auch alle anderen Personen, die sich tagtäglich für das reibungslose Funktionieren des Vereins einsetzen – also die Funktionäre, aber auch zum Beispiel der Schulhausabwart, wie Präsident Christian Stecher gegenüber Tele M1 erklärt.

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Bilder: FC Muhen/Screenhots Tele M1

Realisiert wurde das Stickeralbum mit dem Berliner Unternehmen Myfooza.de, das schon rund 60 Alben für Amateuer-Vereine produziert hat. Die Kosten für die 400 in der Schweiz gedruckten Alben und die 10'000 in Berlin hergestellten Sticker werden zu 100 Prozent von Sponsoren gedeckt. Der Verein erhofft sich laut Aargauer Zeitung Einnahmen im mittleren vierstelligen Bereich – die Bilder können zum Preis von einem Franken pro Fünferpack beim Metzger, in der Papeterie, in der Garage oder bei den Trainern gekauft werden.

Dass Fussballvereine ihre eigenen Sammelalben herausgeben, ist im Gegensatz zu Deutschland hierzulande noch eine seltene Erscheinung. Ganz so neu, wie von einigen Medien dargestellt, ist die Idee aber nicht. So hat zum Beispiel der FC Goldach mit den Initianten Beni Eugster und Claudio Bellini bereits in der Saison 2007/2008 ein selbstproduziertes Album namens «Bennini» lanciert und mit 120'000 abgesetzten Bildern einen Verkaufsschlager gelandet.

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Tausche Vujo gegen Platzwart

Eigentlicher Sammelalbum-Pionier in der Schweiz ist aber kein geringerer als der FC Zürich. Laut Fussballmagazin Zwölf gab der Verein bereits 2003 ein Album namens «Total FCZ» heraus. Eine komplette Bestandesaufnahme des Stadtklubs: Vom Wurstverkäufer über die Sekretärin bis hin zum Platzwart fanden alle Platz auf den Sammelbildern. Und natürlich sämtliche FCZ-Fussballer. Zum Beispiel Nachwuchshoffnung Vujo Gavric. Oder der dreizehnjährige Marco Schönbächler und der fünzehnjährige Shkelzen Gashi. Oder FCZ-Veteran Dani Wyler. Ein grossartiges Zeitdokument.

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Quelle: Zwölf, Nr. 46, «Kleber mit Langzeithaftung» von Pascal Claude

Auch wenn aus dem FC-Muhen-Album vermutlich nicht ganz so viele grosse Namen und Bachelors hervorgehen werden: Die Sammelfreude dürfte auch im Umfeld des Aargauer Amateurvereins gross genug sein, um die Aktion zum Erfolg werden zu lassen. (hae)

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