Zu guter Letzt: Eine Einkaufstasche mit teurem Inhalt
Stellen wir uns heute doch mal die unglaublich komplexe Frage, was eine Werbekampagne eigentlich für einen Sinn hat. Sie soll natürlich den Bekanntheitsgrad einer bestimmten Produktmarke erhöhen. Und wenn sich sogar das abgebildete Model noch den Ruf sanieren darf, dann hat sie wohl ihren Zweck mehr als erfüllt.
Stellen wir uns heute doch mal die unglaublich komplexe Frage, was eine Werbekampagne eigentlich für einen Sinn hat. Die Frage ist tatsächlich so komplex, dass wir uns sogar das Fragezeichen sparen. Aber nun gut: Eine Werbekampagne soll natürlich den Bekanntheitsgrad einer bestimmten Produktmarke erhöhen. Und wenn dabei die Markenaura noch einen coolen, originellen Anstrich verliehen bekommt, Kunst erschaffen, Ironie angewendet wird und sich sogar das abgebildete Model noch den Ruf sanieren darf, dann hat die betreffende Werbeaktion wohl ihren Zweck mehr als erfüllt. Eine, von der man eben all das mit Fug und Recht behaupten kann, ist die aktuelle Kampagne von Marc Jacobs. Victoria Beckham, die immer wieder zur am Schlechtesten gekleideten Frau der Welt gekürte Fussballerfrau ist darauf zu sehen. Allerdings nicht immer eindeutig: Auf dem besten Bild hängen nur ihre weit gespreizten Beine aus einer zerknautschten Einkaufstüte. An den Füssen Pumps mit pinkfarbenem Absatz, die Kordel der Tüte zu einem Smilie verformt. «Die Frau ist ein totales Produkt. Und in der Werbung geht es um Produkte. Als sagten wir: Wir stecken sie in eine Tüte!», erklärte Fotograf Jürgen Teller gegenüber dem deutschen Musikmagazin Spex das Konzept der genialen Kampagne. Alix Sharkey, der englischen Mode- und Stilexperten der Weltwoche, ist da leider ganz anderer Meinung. «Tellers frühere Werbekampagnen für Marc waren brillant. Die Beckham-Serie dagegen ist eindeutig bitter und unheimlich.» Die Bitterkeit ist in diesem Fall wohl eher beim Kritiker zu suchen.
