Zu guter Letzt: Die Zukunft funkelt am Himmelszelt
Der Medienfriedhof in der Werbewoche-Redaktion wächst und wächst, gefeierte Geschäftsführer schicken heimlich Entlassungswellen durch ihre Agenturen und überall muss plötzlich mit halb so vielen Leuten doppelt so viel geleistet werden. Klar würde man da gerne in die Zukunft schauen.
Die Krise ist allgegenwärtig. Der Medienfriedhof in der Werbewoche-Redaktion wächst und wächst (noch hat sich unser Medium nicht hinzugesellt), gefeierte Geschäftsführer schicken heimlich Entlassungswellen durch ihre Agenturen und überall muss plötzlich mit halb so vielen Leuten doppelt so viel geleistet werden. Klar würde man da gerne in die Zukunft schauen. Und wer, wenn nicht die Astrologen, könnte einem da behilflich sein? In der aktuellen Ausgabe des Publisuisse-Magazins Impact bemüht sich Madame Etoile alias Monica Kissling – immerhin seit zwanzig Jahren mit den Sternen auf Du und Du – um eine Deutung. «Seit 2008 stehen die kosmischen Zeichen auf Sturm. Pluto, wichtigster Indikator für kollektive Trends, hat nach 13 Jahren Aufenthalt im wachstumsorientierten Feuerzeichen Schütze ins sparsame, sicherheitsorientierte Erdzeichen Steinbock gewechselt», schreibt sie da etwa. Oder: «Der nachhaltigste Trend wird von Pluto vorgegeben, der bis 2022 durch das Erdzeichen Steinbock läuft.» Und daraus folgert sie: Qualität statt Quantität. Nach einer Zeit der Informations- und Reizüberflutung müssten nun Prioritäten gesetzt werden. Oder: Personen, Unternehmen und Marken müssten ab jetzt absolut authentisch und glaubwürdig daherkommen. Aha. So geht das über mehrere tausend Zeichen weiter. Wir meinen: Ein erster Schritt aus der Krise wäre die Einsparung von Kisslings Honorar. Jeder, der in den letzten zwölf Monaten drei Mal eine der Pendlerzeitungen gelesen hat, kann ähnliche tiefschürfende Einschätzungen und Prognosen abgeben.
