Zu guter Letzt: Die SVP im Weizenfeld
Überraschend profiliert sich die SVP als innovativste statt wie bis anhin plumpeste politische Werbetreibende. Muss sie auch, denn im Herbst will die Partei 100'000 Wähler hinzu gewinnen. Ein grosses Ziel, das grossen Werbebemühungen voraussetzt, 11'000 Quadratmeter, genau gesagt.
Überraschend profiliert sich die SVP als innovativste statt wie bis anhin plumpeste politische Werbetreibende. Muss sie auch, denn im Herbst will die Partei 100’000 Wähler hinzu gewinnen. Ein grosses Ziel, das grossen Werbebemühungen voraussetzt, 11’000 Quadratmeter, genau gesagt. Das sind nämlich die Masse eines Parteilogos mit dem Slogan «Mein Zuhause – unsere Schweiz», das seit kurzem auf einem Weizenfeld in der Anflugschneise des Flughafens prangt. Mit der gemähten Feldwerbung will die SVP «Millionen von ankommenden Flugpassagieren willkommen heissen» und bringt die anderen Parteien bereits jetzt werbetechnisch in Zugzwang. Denn ob man die SVP mag oder nicht, man muss zugeben: Die Sache ist gut durchdacht. So wird die Partei das Feld nicht nur als Werbefläche nutzen, sondern aus der Ernte Gipfeli produzieren, welche an Wahlkampfaktionen in den Städten verteilt werden. Weitere solche Aktionen folgen in Mellingen, Dagmarsellen und in Chavornay. Dort werden Logo und Schriftzug nicht in ein Weizenfeld gemäht, sondern, und das ist jetzt richtig cool, mit unterschiedlichen Gräsern erzeugt. Teuer ist es auch nicht, wenn man die Langfristigkeit berücksichtigt: die Werbung bleibt bis im Oktober sichtbar. Brunner: «Dies zeigt, wie moderne Werbung mit der Tradition der Landwirtschaft verbunden werden könne». Analysen hätten gezeigt, dass eine klare politische Botschaft und sterile Werbeprospekte zur Mobilisierung der Leute nicht mehr ausreichten. Mit dieser Aktion erreicht die SVP sicher nicht nur ihre Stammwähler, sondern auch Kornring-Architekten und andere Esoteriker. Ein Interview zum Thema mit einem Ausserirdischen folgt nächste Woche auf diesem Kanal.
