Zu guter Letzt: Die Schweiz ist wieder mal Thema
Das Image eines Landes zu steuern dürfte etwa so einfach sein wie einem Goldfisch das Lesen beizubringen. Da dieser Tage die Schweiz im Ausland wieder mal Thema ist, bei dem's ums Image geht, ist deshalb Gelassenheit angesagt. Zudem ist gute Unterhaltung garantiert.
Bezüglich der Auffälligkeit der Schweiz auf der internationalen Bühne gibt es den bekannten Witz, wonach ein Brüsseler Diplomat einmal gefragt wurde, wie denn die Schweiz im Ausland wahrgenommen würde. «Gar nicht», war die kurze und gelinde gesagt vernichtende Antwort des Diplomaten. Dass es sich nicht ganz so verhält, wissen wir natürlich, beispielsweise aus Hollywoodfilmen, wo die Schweiz dank ihren Taschenmessern und Finanzhäusern immer wieder mal kurze Auftritte feiert, allerdings widersprüchliche; einerseits MacGyver, andererseits Nazigold. Ähnlich wie beim Nazigold ist denn auch der jüngste Fall gelagert, bei dem die Schweiz wieder Thema wurde; wegen den Schafsplakaten der SVP wurde die Schweiz einmal mehr von der britischen Presse angeschossen, diesmal vom Independent, der sich sinngemäss fragte, ob das Land davor sei, in ein 4. Reich abzudriften. Gleichzeitig aber war am Wochenende von jenseits des Atlantiks zu vernehmen, die US-amerikanische TV-Show «Travel Cafe» habe mit einer Sendung über die Schweiz den renommiertesten Fernsehpreis der USA, den Emmy, gewonnen. «Skiing in Switzerland is more than just skiing. It’s a lifestyle» war das Motto der Show, die den Moderator zeigte, wie er andächtig zu wichtigen Schweizer Wintersportorten pilgerte. Wie man es nun also dreht und wendet, die widersprüchlichen Signale aus der angelsächsischen Welt über das Image der Schweiz geben weiter Rätsel auf. Doch Unterhaltung ist garantiert, und man darf gespannt den nächsten Akt erwarten.
