Zu guter Letzt: Das Drogenproblem

Abstimmungswochenenden geben immer wieder Anlass dazu, sich so richtig zu ärgern. Diesmal wars nicht anders.

Es gehört zwar nicht zur Aufgabe dieser Zeitung, eidgenössische Abstimmungen zu kommentieren, vorallem dann nicht, wenn sie nichts mit der Kommunikationsbranche zu tun haben. Aber ein Resultat dieses Abstimmungswochenendes war wieder einmal ein so vollendetes Ärgernis, dass hiermit eine Ausnahme gemacht werden soll. Die Rede ist von der Hanf-Initiative.
Es ist müssig, über das Gefahrenpotential des von 600’000 Schweizerinnen und Schweizern regelmässig konsummierten, THC-haltigen Hanfs zu diskutieren. Es liegt in etwa in der Grössenordnung der Volksdroge Alkohol. Dass sich dennoch rund zwei Drittel des Stimmvolks gegen die Legalisierung des privaten Hanfgebrauchs ausgesprochen haben, scheint deshalb weniger rationalen Gründen als vielmehr der dumpfen Angst entsprungen zu sein, man würde damit eine Art Platzspitzisierung der Schweiz einleiten.
Das eigentliche Ärgernis dieses Volksentscheids ist denn auch nicht die gesellschaftliche Sanktionierung des Hanf-Verbots. Gekifft wird so oder so. Was hier ärgert ist der Verdacht, dass der Entscheid durch eine Angst vor der eigenen Freiheit motiviert war. Oder mehr noch vor der Freiheit anderer. Etwas mehr Mut wäre angesagt gewesen, und ein gutes Zeichen für das Vertrauen in die Urteilsfähigkeit anderer. Oder glaubt etwa jemand, dass sich bei einer Legalisierung des Hanfs die Schweizer Bevölkerung in eine Horde von Dauerbekifften verwandelt hätte? Offenbar ja. Wenn das Stimmvolk nur auch in anderer Hinsicht soviel Kreativität an den Tag legen würde…

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