Zu guter Letzt: Dangerous Liaisons
Die PR-Industrie drängt vermehr in den redaktionellen Teil der Medien. Bisher sahen sich vor allem die Medien ein Problem in dieser Tatsache. Nun warnt aber auch ein Meinungsführer der PR-Branche vor dieser Entwicklung.
Die PR-Industrie drängt vermehr in den redaktionellen Teil der Medien. Bisher sahen sich vor allem die Medien ein Problem in dieser Tatsache. Nun warnt aber auch ein Meinungsführer der PR-Branche vor dieser Entwicklung. PR-Guru und Gründer der Agentur Burson-Marsteller Harold Burson findet es bedenklich, dass die Medien unsorgfältiger werden und in zunehmendem Masse unkritisch PR-Texte übernehmen. Die seriöse Arbeit des Journalisten sei essentiell für unsere demokratischen Gesellschaften und für die PR-Industrie gar überlebenswichtig, sagte der 85-jährige gegenüber der NZZ am Sonntag. Er fordert von den Journalisten eine stärkere Abgrenzung von seinesgleichen. Und er benennt den Unterschied zwischen PR und Journalismus – zwei Diszipline, die er ein einer gefährlichen Liaison sieht. PR sei die Kunst, eine Geschichte aus einem bestimmten Blickwinkel zu erzählen. Es sei bloss die eine Seite der Wahrheit. Journalismus hingegen habe den Auftrag zu unterscheiden, was die wahre Nachricht sei und was die blosse Interpretation einer Nachricht.
Genau diese Unterscheidung findet aber immer weniger statt. Ein Problem dabei: Mit der Aufrüstungsspirale der Unternehmenskommunikation reagierten die Medien mit einer Abrüstungsspirale, gegründet auf den Strukturwandel und damit verbundenen Kostendruck. Und der immer grösser werdende Zeitdruck auf den Redaktionen macht die Sache nicht besser. Und noch etwas fördert die Durchdringung von Journalismus und PR: Die frappanten Lohnunterschiede der beiden Branchen. So gibt es bereits Seminare auf dem Markt, die den Journalisten helfen, an PR-Aufträge zu kommen. Als gute Möglichkeit der Existenzsicherung besonders für freie Journalisten.
Genau diese Unterscheidung findet aber immer weniger statt. Ein Problem dabei: Mit der Aufrüstungsspirale der Unternehmenskommunikation reagierten die Medien mit einer Abrüstungsspirale, gegründet auf den Strukturwandel und damit verbundenen Kostendruck. Und der immer grösser werdende Zeitdruck auf den Redaktionen macht die Sache nicht besser. Und noch etwas fördert die Durchdringung von Journalismus und PR: Die frappanten Lohnunterschiede der beiden Branchen. So gibt es bereits Seminare auf dem Markt, die den Journalisten helfen, an PR-Aufträge zu kommen. Als gute Möglichkeit der Existenzsicherung besonders für freie Journalisten.
