Zu guter Letzt: Computervirus vs. HI-Virus
Aids ist in der öffentlichen Agenda nicht mehr sonderlich präsent. In manchen Ländern wäre dies jedoch bitter nötig. Eine Agentur nahm den viralen Begriff wörtlich und programmierte einen Computervirus.
Prägten die Aids-Kampagnen früherer Jahrzehnte noch ganze Generationen, ist die Thematik heute weitgehend aus der täglichen Informationsflut verschwunden. Was sich in den Köpfen festgesetzt hat, sind Medienmitteilungen über immer besser werdende Medikamente und dass Aids heute längst kein Todesurteil mehr bedeutet. Unschön, aber doch gar nicht so schlimm. Diese «zunehmende Banalisierung» ärgert die Aids Hilfe Schweiz und veranlasst sie zu einer neuen Kampagne namens «Für eine Schweiz ohne Aids». Auch 2013 ist jeder der jährlich 600 neudiagnostizierten HIV-Patienten und 50 Aids-Toten einer zuviel.
Die grossen Slogans vergangener Tage sind hierzulande zumindest einem Grossteil der Gesellschaft noch so präsent, dass man sie wie Altkleider rezyklieren kann:

Foto: Werbewoche (hae)
Das ist nicht überall auf der Welt der Fall. Nicht nur in Afrika. In Haiti sind zwei Prozent der Bevölkerung HIV-Positiv. Zeit, der Gefahr wieder mehr Gehör zu verschaffen. Die brasilianische Agentur Loducca hatte die Idee, die Botschaft auf die selbe Art zu verbreiten, wie es Aids tut: mit einem Virus. Keiner, der das Immunsystem angreift, sondern ein Computer-Virus in guter Mission. Wer den Kore-Virus «installiert», akzeptiert, dass er an alle Kontakte im Adressbuch ein Mail sendet. Inhalt: Eine Schilderung der Problematik in Haiti und ein Hinweis auf Kore, dem ersten in Haiti designten und in der Landessprache beschrifteten Kondom. Hergestellt hat es die Firma Sir Richard's Condoms, die bei jedem Kore-Verkauf ein Kondom kostenlos auf Haiti verteilt. (hae)

